Wahlkampf 2002 Roland Koch will Spendensammler Kohl einsetzen

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch will im Bundestagswahlkampf 2002 auf altbekannte Gesichter setzen: Auch eine der Schlüsselfiguren der CDU-Spendenaffäre soll ran: Altkanzler Helmut Kohl.


Roland Koch: Will im Wahlkampf auf Helmut Kohl setzen
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Roland Koch: Will im Wahlkampf auf Helmut Kohl setzen

Hamburg - Nach Ansicht von Koch kann der 71-jährige CDU-Politiker im Wahlkampf "sehr viel Erfahrung" einbringen. Kohl müsse als jemand behandelt werden, "der 16 Jahre lang dieses Land sehr erfolgreich regiert hat", sagte Koch in einem Interview des in Hamburg erscheinenden Magazins "Max", das am Dienstag vorab veröffentlicht wurde.

Koch betonte allerdings auch: "Wir müssen ihn behandeln als den ehemaligen Parteivorsitzenden." Kohl erhebe nicht mehr den Anspruch, "für die nächste Generation die Zukunft zu gestalten." Der hessische Ministerpräsident sagte, die Union müsse bei einem Wahlsieg 2002 sofort eine Steuerreform vorlegen. Es müssten die Rentenreform korrigiert und das Wachstum angekurbelt werden. Zudem werde eine CDU/CSU-geführte Bundesregierung umgehend die Ökosteuer abschaffen: "Sie ist eine Missgeburt, die nichts bringt und an den falschen Stellen verteuert", so Koch wörtlich.

Kohl hat gezahlt

Die Bonner Staatsanwaltschaft stellt in der CDU-Spendenaffäre ihr Ermittlungsverfahren Kohl endgültig ein. Die für diesen Schritt erforderlichen Nachweise über Kohls Zahlungen von 300.000 Mark lägen vor, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, in der vergangenen Woche in Bonn. Kohl muss damit nicht vor Gericht. Der Altkanzler hatte die Zahlungsauflage der Staatsanwaltschaft akzeptiert, die aber kein juristisches Schuldeingeständnis bedeutet.



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