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07. August 2013, 13:37 Uhr

Drei Szenarien für den Wahlausgang

Das kommt auf Deutschland zu

Eine Analyse von

Schwarz-Gelb, Große Koalition oder Schwarz-Grün? Sieben Wochen vor der Wahl verdichten sich die Diskussionen in den Parteien intern auf drei mögliche Wahlausgänge - genau an dieser Stelle könnte der Wahlkampf doch noch spannend werden.

Deutschland versinkt in Lethargie, früher waren zum Beispiel die Politiker-Sprüche krasser. Berufsrandalierer, Lackschuhpanther, Möchtegern-Schimanski, Nadelstreifen-Rocker. So bepöbelte sich die politische Elite im Bundestag. Gerne genommen wurden auch: "kläffender Goldhamster", "Putzlumpen", "Betonbolschewist", "Beamtenkuh" oder "Weihnachtsgans". Franz-Josef Strauß' Lieblingsspruch lautete: "Irren ist menschlich, aber immer irren ist sozialdemokratisch."

Inzwischen verläuft der politische Diskurs vornehmer. Das ist einerseits schön, andererseits aber auch langweiliger. Es fehlt die Leidenschaft, der wirkliche Streit um Inhalte, die Polarisierung. Im Bundestagswahlkampf wird auf Deutschland ein Phrasengewitter niedergehen. "Gemeinsam erfolgreich für Deutschland", steht in schöner Einfältigkeit auf den CDU-Wahlplakaten. Noch Fragen?

Deutschland wird vom wohlig-gemütlichen Merkel-Sound eingelullt, die anderen Parteien haben dem wenig bis nichts entgegenzusetzen. Das Ergebnis der Wahl, so scheint es fast, steht fest. Die meisten Umfragen und auch die SPIEGEL-ONLINE-Wahlwette zeigen aktuell einen Trend: Es wird für einen rot-grünen Kanzler Peer Steinbrück wohl nicht reichen. Angenommen, das stimmt. Dann heißt das: Sie macht's noch einmal.

Fragt sich also nur noch, mit wem?

Die Wahl könnte doch noch spannend werden

Genau an dieser Stelle könnte der Wahlkampf doch noch spannend werden. Wer kann mit wem? Darum werden bis zum 22. September alle politischen Phantasien kreisen. Es wird keine Rede vergehen, in der nicht irgendwer irgendwem die finstersten Koalitionsabsichten unterstellt: Rot-Rot-Grün, die Ampel, Schwarz-Grün und so weiter.

Bei dem vielen Nebel, der dann aufsteigen dürfte, wird die nüchterne Betrachtung der Lage wichtig sein. Wer sich bei hochrangigen Vertretern der Parteien umhört, weiß: Intern gelten drei Wahlausgänge als realistisch:

Natürlich kann immer alles auch noch ganz anders kommen, aber andere Varianten wie die Dreierbündnisse Rot-Rot-Grün oder die Ampel sind kaum vorstellbar. In der SPD ist Rot-Rot-Grün noch unbeliebter als die Große Koalition. Die Wunden der vergangenen Bruderkämpfe mit der Linkspartei sind längst noch nicht verheilt. Und die FDP wird ein Zusammengehen mit Roten und Grünen in einer Ampel noch vor der Wahl kategorisch ausschließen, weil sie sonst Gefahr läuft, ihre bürgerliche Klientel zu verschrecken.

Unwahrscheinlich auch: Eine wie auch immer konzipierte Minderheitenregierung. Ein solches Abenteuer würde keine der großen Parteien der Wählerschaft zumuten wollen, schon gar nicht in der andauernden Euro-Krise. Wie würden wohl die viel zitierten Märkte reagieren?

Bleibt also nur noch eine unkalkulierbare Größe: der Wähler.

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