Wahlkampf Beck distanziert sich von Jüttner und stellt sich hinter Struck

Der SPD-Parteichef kämpft an allen Fronten: Kurt Beck kritisiert den niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten Jüttner für seine Äußerungen zum Privatleben von Ministerpräsident Wulff. Strucks Attacke gegen Regierungschef Koch dagegen verteidigte er nicht nur, sondern legte nach.


Berlin - "Ich weiß noch, wie Christian Wulff über Gerhard Schröder hergezogen hat", sagte SPD-Chef Kurt Beck der "Bild am Sonntag". "Ich persönlich habe das Privatleben nie in die öffentliche Auseinandersetzung getragen." Wolfgang Jüttner, Spitzenkandidat der Niedersachsen-SPD, hatte vor kurzem in einem Interview das Scheitern von Wulffs Ehe thematisiert.

SPD-Chef Kurt Beck: "Peter Struck ist ein ehrlicher Mensch"
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SPD-Chef Kurt Beck: "Peter Struck ist ein ehrlicher Mensch"

SPD-Fraktionschef Peter Struck, der die Union und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ungewöhnlich scharf attackiert hatte, stärkte er dagegen erneut den Rücken. "Peter Struck ist ein ehrlicher Mensch, der hat das Herz auf der Zunge liegen", sagte Beck. "Ich warne davor, denjenigen die Schuld zu geben, die nach der Feuerwehr rufen - auch wenn sie das mit klaren Worten tun. Gezündelt hat ein anderer."

Struck hatte Koch unterstellt, über den brutalen Angriff von jugendlichen Ausländern auf einen Rentner in München eigentlich ganz froh gewesen zu sein, weil er ihn für den Wahlkampf nutzen konnte. Eine Aufforderung der Union, sich zu entschuldigen, wies er später brüsk mit den Worten "Die kann mich mal" zurück.

Beck attackierte Koch nun neuerlich scharf: "Kein Mensch hat Roland Koch gezwungen, eine Schlammschlacht anzufangen. Die jüngsten Umfragen zeigen: So ein Wahlkampf mit ausländerfeindlichen Untertönen wird gnadenlos abgestraft. Das ist eine Mahnung an alle politischen Kräfte."

Beck zeigte sich von einem Machtwechsel in Hessen überzeugt: Die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti "wird die neue Ministerpräsidentin. In Hessen stehen die Signale ganz klar auf Wechsel". Eine Zusammenarbeit mit der neuen Partei Die Linke lehnte Beck erneut ab. Er sei davon überzeugt, dass es in Hessen für Rot-Grün reichen werde.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement fällt seiner Parteigenossin Ypsilanti währenddessen voll in den Rücken - und warnte vor einer Wahl der SPD.

jjc/dpa



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