Wahlkampf Beck schließt SPD-Kanzler mit Hilfe der Linken aus

Kurt Beck bestreitet, dass die Aufstellung von Gesine Schwan als SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten eine Annäherung an die Linke sei. Die Wahl eines sozialdemokratischen Kanzlers mit Stimmen der Linkspartei schloss der Parteichef aus.


Hamburg - Kurt Beck hat die Kritik der Union an der Nominierung von Gesine Schwan für das Amt des Bundespräsidenten als "Getöse" zurückgewiesen. "Das ist schlicht und einfach Unsicherheit", sagte der SPD-Chef in einem Gespräch mit den "ARD-Tagesthemen" am Montagabend. Es stehe nirgendwo im Koalitionsvertrag geschrieben, dass die Regierungspartner gemeinsam einen Bundespräsidenten wählen müssten.

Beck wies erneut Deutungen zurück, nach denen die Nominierung Schwans eine Annäherung an die Linke signalisiert. "Ein Sozialdemokrat wird sich auch nicht nach der Bundestagswahl 2009 von dieser Gruppierung wählen lassen", sagte der SPD-Chef. In der Bundesversammlung werde jedoch um unabhängige Delegierte geworben. Er betonte, eine Niederlage Schwans nicht zu fürchten. Wer eine überzeugende Kandidatin aufstelle, die dann nicht gewinne, habe keine Reputation verloren.

Beck erwartete sich von der Gegenkandidatur zu Amtsinhaber Horst Köhler eine "faire demokratische Konkurrenz". Diese könne die Diskussion in Deutschland beleben und neue Impulse setzen, sagte er. Beck verwies darauf, dass Schwan bereits bei ihrer ersten Kandidatur 2004 Stimmen aus anderen Parteien erhalten habe.

Auf die Frage, ob Schwan bei einer Niederlage in der Bundesversammlung SPD-Kanzlerkandidatin werden könnte, antwortete Beck: "Sie hat eine Chance, Bundespräsidentin zu werden."

als/ddp/dpa



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