Wahlkampf Bundeskanzler will FAZ-Herausgeber treffen


Aus Termingründen, schrieb Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Jahresbeginn den Herausgebern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, könne er einer Einladung zum vertraulichen Plausch leider nicht folgen. Das erlesene Führungsgremium hatte den Kanzler zu einem Hintergrundgespräch gebeten, die Absage hinterließ die Herren not amused.

Nun kommt die Wende: Am vergangenen Donnerstag entschied die Schröder-Vertraute und Büroleiterin des Kanzlers, Siegried Krampitz, dass der Regierungschef doch Zeit haben wird. Nach dem Parteitag, so die interne Festlegung, soll den Herausgebern ein festlicher Essenstermin angedient werden – mittags oder abends.

Möglicher Grund der Kehrtwende: Die "FAZ" hatte sich - vor allem in dem von Frank Schirrmacher geleiteten Feuilleton -entschieden gegen den Rechtsruck der FDP gewandt und in einem offenen Brief an Martin Walser den Abdruck von dessen neuestem Roman wegen der darin enthaltenen antisemitischen Klischees abgelehnt.



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