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14. August 2013, 20:44 Uhr

Wahlkampfstart der Kanzlerin

Merkel will Träume der Deutschen erfüllen

Auftakt zum Wahlkampf der Kanzlerin: In Seligenstadt kündigt Angela Merkel "Verträge" mit den Bürgern an. Sie verteidigt ihre Sparpolitik, stichelt gegen die Grünen und wird von einem SPD-Trupp gnadenlos ausgepfiffen.

Seligenstadt - Der Urlaub ist vorbei: Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat knapp sechs Wochen vor der Bundestagswahl in Hessen die heiße Phase des Bundes- und Landtagswahlkampfs eingeläutet. Sie bekräftigte ihr Ziel, die öffentlichen Haushalte zu konsolidieren. "Wir haben in Europa gesehen, was passiert, wenn man zu viel Schulden macht", sagte sie am Mittwoch vor mehreren Hundert Menschen in Seligenstadt bei Offenbach. "Wachstum auf Pump - das geht nicht."

Der Kritik der Opposition hielt Merkel vor allem die starken wirtschaftlichen Zahlen entgegen. "Weiter so", war ihr häufigstes Argument. "Was ist wichtiger, nur noch drei Millionen Arbeitslose oder kein Fleisch mehr essen?", stichelte Merkel in Richtung Grüne. Ansonsten ging sie in ihrer Rede auf die Opposition kaum ein. "Gehen Sie unsere Angebote durch", forderte sie die rund 1000 Zuhörer auf. "Dann werden Sie feststellen, wir machen Ihnen Angebote."

Wie in der EU will Merkel diesmal "Verträge" mit den Bürgern abschließen - auf Wechselseitigkeit. "Wir wollen helfen, Ihre Träume wahr zu machen und Ihnen keine Vorschriften machen." Die Attacken auf den politischen Gegner überlässt sie dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Vor Rot-Rot-Grün warnte der: "Das wäre ein programmiertes Abstiegsprogramm", sagte er.

Lautstark wird die Veranstaltung gestört: Obwohl die großen demokratischen Parteien die Wahlkampfveranstaltungen der Gegenseite eigentlich nicht stören, trillert und schreit sich ein Trupp der südhessischen Jusos während Merkels Auftritt die Lunge aus dem Leib. "Heuchlerin", "Merkel raus", "Lügnerin", skandieren sie bis zum Schluss. "Das ist die Zukunft der SPD", spottet die nur.

Der Auftritt in Seligenstadt war der erste im Wahlkampfendspurt. Im Anschluss reiste die Kanzlerin weiter nach Ludwigshafen, der Heimatstadt von Helmut Kohl. Bis zum 22. September nimmt sie an mehr als 50 Großkundgebungen teil. "Es wird ganz, ganz eng werden", hatte sie schon am Dienstagabend in ihrem ersten Interview nach ihrem Urlaub betont.

mia/dpa/AFP/Reuters

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