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Baden-Württemberg: Warum SPD?

Wahlkampf in Baden-Württemberg warumspd.de

Wahlkampf ist offensiv und laut. Eigentlich. Bei der schwächelnden SPD in Baden-Württemberg sieht es aber anders aus - auf einer Internetplattform für den Landtagswahlkampf fragen die Genossen schon selbst: "Warum SPD?"

Baden-Württemberg

Landtagswahl am 27. März

Ja, warum eigentlich? Diese Frage stellen sich viele Menschen in , wenige Wochen vor der . Komisch nur, wenn die Sozialdemokraten das selbst tun. Die Genossen im Südwesten haben eine Internetseite freigeschaltet. Die Adresse: www.warumspd.de . Klickt man auf die Seite, steht oben links in der Ecke: "Warum SPD?"

Die SPD versteht das offensichtlich als Wahlkampf, sie präsentiert auf der Seite ihre Positionen. Aber ist Wahlkampf nicht offensiv, Ausrufe- statt Fragezeichen?

Offensiv wäre: www.darumspd.de. Oder: Wir sind gegen den Atomausstieg, zack, wir wollen mehr direkte Demokratie, zack. Die Genossen fragen lieber: "Wofür steht die SPD Baden-Württemberg?", um dann über Umwelt-, Familien- oder Schulpolitik zu referieren. Und eben: "Warum SPD?"

Nils Schmid, 37, Einser-Jurist

Die Partei hat sich dafür schon Spott eingehandelt - ausgerechnet auf der eigenen Internetseite: "WARUM SPD ? ...diese Frage stell ich mir laufend", hat ein User geschrieben. Die Antwort der Sozialdemokraten: "Sehr geehrter Herr Franz, wir freuen uns darauf, Sie und viele andere Menschen in Baden-Württemberg im Dialog mit unseren Argumenten davon zu überzeugen, dass nur die SPD für einen echten Politikwechsel in Baden-Württemberg steht."

Nils Schmid

, 37, Einser-Jurist und seit 14 Jahren im Stuttgarter Landtag, ist der Spitzenkandidat der Südwest-SPD. Schmid ist um seinen Job nicht zu beneiden: Bei der Wahl droht der SPD der Absturz auf Platz drei, nicht nur die CDU, auch die Grünen sind in Umfragen deutlich stärker. Das liegt wohl auch am Auftritt der Sozialdemokraten: Beim gesellschaftlichen Großkonflikt um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 profilierten sich vor allem CDU und Grüne - entweder als Befürworter oder entschlossene Gegner. Die SPD - irgendwie dazwischen.

Schmid soll jetzt für das Profil sorgen. Er gilt als analytischer Kopf, aber eben nicht unbedingt als einer, der die Leute mitreißen kann. Am Ende eines Wahlspots sagt Schmid diesen Satz: "Ich bin Nils Schmid, der Spitzenkandidat der SPD." Das klingt wie: Bisher kennt mich ja keiner. Dazu passt ein Satz, den Schmid einmal über sich selbst gesagt hat: "Ich bin keiner der ganz Lauten."

Seine Partei könnte ein bisschen mehr Lautstärke jetzt gut gebrauchen, aber Schmid will wohl nicht. Da fragt man sich: Warum?

Andere sorgen schon für Unterhaltung in Baden-Württemberger Wahlzeiten: Der Heidelberger Abgeordnete Werner Pfisterer inszeniert sich in einem mehrminütigen Imagevideo mit Sonnenbrille und ausgeprägtem Dialekt. Die Landes-Grünen haben ihre Plakate in wenig schmeichelhaftem Ambiente abgefilmt. Und ein Regionalsender versucht, trockene Politik für seine Zuschauer unterhaltsam aufzubereiten: Mit einer trächtigen Stute, die - in Tradition von WM-Orakel Oktopus Paul - den Wahlsieger tippt.

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