Wahlkampf in Brandenburg SPD kontert AfD-Kampagne mit Willy Brandt

Die AfD wirbt in Brandenburg mit dem früheren SPD-Kanzler Willy Brandt. Führende Sozialdemokraten beklagen einen Missbrauch ihrer Parteilegende - und starten eine eigene Kampagne.
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident in Brandenburg: "Wenn die Feinde von Demokratie und Zusammenhalt, diese Symbole missbrauchen, stellen wir uns dagegen"

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident in Brandenburg: "Wenn die Feinde von Demokratie und Zusammenhalt, diese Symbole missbrauchen, stellen wir uns dagegen"

Foto: Michele Tantussi / Getty Images

In knapp drei Wochen wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Nun nimmt der Landtagswahlkampf allmählich Fahrt auf. Die Brandenburger SPD startet eine Plakatkampagne, die sich direkt gegen eine Wahlwerbung der AfD richtet. Die Rechtspopulisten gehen im Land mit einem Bild von Willy Brandt auf Stimmenfang, das Plakat zeigt zudem Brandts berühmten Ausruf "Mehr Demokratie wagen".

"Willy Brandt, der sich sein Leben lang für die Demokratie und den Zusammenhalt eingesetzt hat, wird damit missbraucht", sagte Ministerpräsident und Spitzenkandidat Dietmar Woidke bei der Vorstellung der Kampagne.

"Wenn die Feinde von Demokratie und Zusammenhalt, wenn die, die hetzen, polarisieren und teilweise offen rechtsextremistische Positionen vertreten, diese Symbole missbrauchen, dann stellen wir uns dagegen", so Woidke.

Die SPD kontert nun mit einer eigenen Plakatkampagne und dem Hashtag "#wirsindwilly". Die Poster tragen die Aufschrift "Wir wollten die Freiheit. Wir haben sie erkämpft. Sorge dafür, dass sie bleibt".

Foto: SPD Brandenburg

Brandt war von 1969 bis 1974 Regierungschef einer sozialliberalen Koalition aus SPD und FDP. Er war mehr als zwanzig Jahre SPD-Parteichef.

Zuvor hatten sich schon mehrere Sozialdemokraten empört über die AfD-Kampagne gezeigt, darunter der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Auch Außenminister Heiko Maas äußerte scharfe Kritik: "Willy Brandt hätte für Rechtspopulisten nur eines übrig gehabt: abgrundtiefe Verachtung", schrieb Maas auf Twitter.

cte/dpa