Wahlkampf Linkspartei stoppt Aktion zur Drogenfreigabe

"Schöner leben mit Drogen?" sollte die Wahlkampftour der sächsischen Linkspartei heißen, bei der die Legalisierung aller Drogen gefordert werden sollte. Jetzt wurde die Aktion abgesagt. Die Freigabe harter Drogen sei "nicht die Position" der Gesamtpartei, sagte Sachsens Linkspartei-Chefin Cornelia Ernst.


Dresden - Die Tour sollte am Abend in Grimma starten. Der Bundesvorstand erklärte in Berlin, die Linkspartei spreche sich wie auch die Grünen zwar für eine Entkriminalisierung sogenannter weicher Drogen wie Cannabis aus. Eine Legalisierung harter Drogen widerspreche aber der Programmatik der Linkspartei.

Die Linkspartei-Jugend Sachsen wollte auf der dreitägigen Wahlkampftour in Diskussionsveranstaltungen unter anderem in Plauen und Zwickau für eine Legalisierung aller Drogen und einen selbstbestimmten Drogenkonsum verbunden mit einer umfassenden Aufklärung werben. Zur Begründung erklärte die jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei in Sachsen, Juliane Nagel, die Entscheidung zum oder gegen den Drogenkonsum solle nicht durch Staat oder Wirtschaft reguliert, sondern in die Hände jedes einzelnen gelegt werden.

Die Forderungen stießen unter anderem bei CDU und FDP auf harsche Kritik. Der drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Detlef Paar, nannte die Forderung "fahrlässig und unverantwortlich".



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