Wahlkampf Müntefering poltert erneut gegen Merkel

"Nicht glaubwürdig", "mutlos und auch unverschämt": SPD-Chef Müntefering hat seine Attacken auf Kanzlerin Merkel fortgesetzt - und bekräftigte seinen Vorwurf, der Regierungschefin sei die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit egal.


Berlin - Franz Müntefering setzt dieser Tage auf Zuspitzung - und auf verbale Breitseiten gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Der SPD-Chef wiederholte an diesem Montag seinen Vorwurf, dass Merkel der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gleichgültig sei. Merkel habe das Vorhaben von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier unredlich genannt, alles für die Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2020 zu tun, sagte Müntefering in Berlin.

"Wer so auf eine politische Intention (...) reagiert, wie sie es getan hat, der ist da nicht glaubwürdig", sagte der SPD-Chef. "Und dem ist vor allen Dingen egal, wie hoch die Arbeitslosigkeit dann letztendlich sein wird." Über die Reaktion Merkels auf den Deutschland-Plan von Steinmeier hat sich Müntefering nach eigenen Worten sehr geärgert. Im Mittelpunkt der Politik müsse die Beschäftigung stehen. Merkel werde sich im Wahlkampf der Thematik nicht entziehen können. "Ich bin da nicht prinzipiell dabei, sie zu attackieren", sagte Müntefering. "Aber da, wo sie in solcher Weise mutlos und auch unverschämt sich verhält zu solchen Dingen, dann muss das auch deutlich gesagt werden."

Die SPD ist seit geraumer Zeit bemüht, die Kanzlerin stärker in den Wahlkampf hineinzuziehen. Mit seiner Attacke auf die CDU-Chefin verschärfte Müntefering aber den Ton - bereits am Sonntag hatte Müntefering die Regierungschefin scharf angegriffen.

Aus der CDU trug ihm das den Vorwurf ein, er wolle Merkel schlechtmachen. "Wir verstehen unter Wahlkampf nicht das Diffamieren und notorische Schlechtreden des politischen Gegners", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla.

CDU-Vizeparteichef und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte: "Also, mit der SPD muss es verdammt schlecht stehen, wenn man so anfängt, um sich zu schlagen. Mein Eindruck ist, der Müntefering ist hypernervös und weiß nicht mehr weiter." Unionsfraktionschef Volker Kauder sprach von einem Ausruf der Verzweiflung: "Die Bundeskanzlerin kümmert sich natürlich um die Arbeitslosen in unserem Land."

Warnende Worte kamen auch vom Steinmeier-Berater Thomas Steg. "Von Herabsetzungen und Verunglimpfungen kann ich nur dringend abraten", sagte der langjährige Vizeregierungssprecher, der im Juli in den Wahlkampfstab von Steinmeier gewechselt war, dem Magazin "Cicero". Wenn Merkel angegriffen werde, "dann solidarisieren sich die Wähler und speziell die Wählerinnen mit ihr". Polemik um der Polemik willen werde es zwischen Merkel und Steinmeier nicht geben. Persönliche Verletzungen entsprächen nicht ihrem Stil. "Dies würde dem Image der beiden, die als ruhig, besonnen und nachdenklich gelten, widersprechen."

hen/Reuters



insgesamt 4287 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
knut beck 09.08.2009
1.
Zitat von sysopSchlechte Umfragen, interne Kritik - kurz vor der Wahl steckt die SPD in einem Tief. Wie kommt sie wieder heraus?
Die Eingangsfrage dieses neuen Thraeds könnte sich schon in wenigen Tagen als überholt erweisen. Knapp sieben Wochen vor der Wahl hat die SPD längst begonnen, sich aus dem vorübergehenden Tief herauszuarbeiten. Frau Schmidt ist voll rehablitiert und steht dem Kompetenzteam uneingeschränkt zur Verfügung. Der Deutschland-Plan liegt auf dem Tisch und wird in breiten Bevölkerungsschichten intensivst diskutiert und zum Teil enthusiastisch begrüßt. Frank-Walter Steinmeier steht wie immer agil und kampffreudig auf der Kommandobrücke, flankiert von einem Karl-Heinz Müntefering, der sich jünger denn je fühlt.
Klaus.G 09.08.2009
2. Super ...
Metzger und Co. aus Hessen, Seeheimer, verlasst die SPD gründet eine neoliberale SPD und helft mit dass die SPD wieder sozialdemokratisch wird, ihr seit besser dort aufgehoben als in der linken SPD. Die SPD sollte ernsthaft übe einen Zusammenschluß mit der Linken nachdenken. Nur eine linke Kraft kann diesem Land wieder Zukunft geben...
Lexington67 09.08.2009
3. Selbstauflösung
Die SPD sollte allen ihren Mitgliedern und allen (ehemaligen) Wählern und Unterstützern das Leiden ersparen und sich selbst auflösen, bevor sie in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Im Augenblick ist es ja so, dass jede Woche ein weiterer Klopfer zu Tage kommt und man bekommt den Eindruck jedesmal wenn einer der genossen den Mund aufmacht kostet das die genossen 2 %. (Schmidt und ihr Dienstwagen, Krüger Leisner und ihr Verständnis der Grundrechte: "Wir haben starke Grundrechte in unserem Grundgesetz verankert, aber die hindern uns manchmal, einfache, klare Lösungen zu finden." Als sie etwa gehört habe, wie die Franzosen das Problem von Urheberrechtsverletzungen über Online-Tauschbörsen "lösen", habe sie sich gefragt, "warum wir das nicht hinbekommen". und natürlich Thomas Jurk "So meinte etwa der sächsische Landesvorsitzende in einem Internet-Chat der Freien Presse, dass er mögliche Verfassungsverstöße bei der Einführung einer neuen Zensurinfrastruktur durchaus in Kauf nehmen würde."
LurchiD 09.08.2009
4.
Zitat von knut beckDie Eingangsfrage dieses neuen Thraeds könnte sich schon in wenigen Tagen als überholt erweisen. Knapp sieben Wochen vor der Wahl hat die SPD längst begonnen, sich aus dem vorübergehenden Tief herauszuarbeiten. Frau Schmidt ist voll rehablitiert und steht dem Kompetenzteam uneingeschränkt zur Verfügung. Der Deutschland-Plan liegt auf dem Tisch und wird in breiten Bevölkerungsschichten intensivst diskutiert und zum Teil enthusiastisch begrüßt. Frank-Walter Steinmeier steht wie immer agil und kampffreudig auf der Kommandobrücke, flankiert von einem Karl-Heinz Müntefering, der sich jünger denn je fühlt.
Und das Wahlvolk schaut voll Ehrfurcht auf das stolze, prächtige Schiff: http://tengri.de/wordpress_auf_top-hoster/wp-content/myfotos/fotos_diverse/diverse_022_KAZ_Aral.jpg
henningr 09.08.2009
5.
Zitat von knut beckDie Eingangsfrage dieses neuen Thraeds könnte sich schon in wenigen Tagen als überholt erweisen. Knapp sieben Wochen vor der Wahl hat die SPD längst begonnen, sich aus dem vorübergehenden Tief herauszuarbeiten. Frau Schmidt ist voll rehablitiert und steht dem Kompetenzteam uneingeschränkt zur Verfügung. Der Deutschland-Plan liegt auf dem Tisch und wird in breiten Bevölkerungsschichten intensivst diskutiert und zum Teil enthusiastisch begrüßt. Frank-Walter Steinmeier steht wie immer agil und kampffreudig auf der Kommandobrücke, flankiert von einem Karl-Heinz Müntefering, der sich jünger denn je fühlt.
Was meinen Sie liebe Mitforisten, woher dieser grenzenlose Optimismus und die Schönrednerei von herrn beck? 1. Er ist als ein-euro-jobber im Auftrag der SPD unterwegs und hofft auf ein Anschlusspraktikum als Schuhputzer von Steinmeier? 2. Die neue Gehirnwäsche-Strategie für die Restmitglieder der SPD funktioniert und er glaubt wirklich was er schreibt? oder doch 3. Er ist Karrierist in der Partei und versucht durch unbedingten gehorsam (A-Kriechen) wenigstens kommunal oder auf der Oppositionsbank sein Schäfchen ins Trockene zu bringen bevor die SPD endgültig an ihrer Unglaubwürdigkeit erstickt?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.