Wahlkampf Ost Stoiber als Schoko-Prinz

Schokoladenfabriken und Autohallen: Zwei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt präsentierten sich Kanzler Schröder und sein Herausforderer im Osten der Republik.


Echt lecker I: Stoiber probiert eine Schoko-Kugel
DDP

Echt lecker I: Stoiber probiert eine Schoko-Kugel

Halle/Wernigerode – Gerhard Schröder besichtigte zunächst die Altstadt von Wernigerode im Harz und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Der Kanzler wurde begeistert empfangen. Er lobte die Harzstadt mit ihren renovierten Fachwerkbauten als Standort von Industrie und Wissenschaft. "Zum Osten und zu Sachsen-Anhalt insbesondere gehören auch Erfolgsstorys", sagte der Bundeskanzler. Nach seinem Besuch einer VW-Betriebsversammlung im hessischen Baunatal am Morgen besichtigte der SPD-Chef den sachsen-anhaltischen Automobilzulieferer Rautenbach-Guß GmbH.

Letzte Station Schröders war die Hochschule Harz. Schröder sagte vor den Studenten, die Gefahr, das junge Leute in den Westen abwanderten, könne nur gebannt werden, indem die Lebensverhältnisse in Ost und West angeglichen würden. Der Bundeskanzler sagte, er fahre mit konkreten Anregungen zurück nach Berlin. Die Hochschule präsentierte verschiedene mit der Wirtschaft entwickelte Projekte. Es gebe hier viel Grund zu Selbstbewusstsein, stellte Schröder fest.

Edmund Stoiber dagegen besichtigte die Halloren-Schokoladenfabrik in Halle und ließ sich von Arbeitnehmern und Auszubildenden über die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort informieren. Der CSU-Chef betonte im Gespräch mit den Beschäftigten, dass es in den östlichen Bundesländern hoch motivierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte gebe.

Schröder in Wernigerode TEXT/AUFMACHER (thumb)
DDP

Schröder in Wernigerode TEXT/AUFMACHER (thumb)

Damit diese sich nicht zur Abwanderung gezwungen fühlten, müssten Arbeitsplätze geschaffen werden. "Dafür brauchen wir unter anderem mehr Selbstständige", sagte der Kanzlerkandidat. Dazu sei eine bessere Mittelstands- und Existenzgründerförderung notwendig. Unter anderem sollte es den östlichen Bundesländern gestattet werden, vereinfachte Genehmigungsverfahren durchzuführen.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die letzte vor der Bundestagwahl am 22. September.



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