Wahlkampf Schlagabtausch um TV-Auftritt

Unbedingt will sich Bundeskanzler Schröder ein Fernsehduell mit seinem bayerischen Kontrahenten liefern. Deshalb verkündete er, dass ein erster Termin dafür schon feststehe. Doch Stoibers Wahlkampfmanager Michael Spreng widerspricht heftig.


São Paulo/München - Der CSU-Vorsitzende sei zu zwei TV-Duellen bereit und freue sich auf den Schlagabtausch, erklärte Spreng, aber es gebe keine Termine. Während seiner Lateinamerikareise hatte der Kanzler erklärt, ein Termin für ein erstes Zusammentreffen vor Fernsehkameras sei bestätigt worden. Dieses finde vier Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September statt.

Er verstehe nicht, warum der Kanzler auf der Reise in "Duellpanik" verfalle, sagte Spreng. Offenbar sei Schröders Handy-Verbindung zum Kanzleramt schlecht gewesen. In Wirklichkeit sei Stoiber selbstverständlich zu zwei Begegnungen vor der Kamera bereit. Dazu gebe es einen Brief von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 an Stoiber und Schröder. Dieser bilde die Grundlage für weitere Verhandlungen. Bisher stünden weder Termine noch Orte fest, betonte der Wahlkampfmanager. Diese festzulegen, sei Sache aller Beteiligten.

Schröder erinnerte daran, dass Stoiber noch vor kurzem möglichst eine Debatte pro Woche verlangt habe. Nach den jüngsten "fulminanten Fernsehauftritten" seines Herausforderers sei davon aber plötzlich nichts mehr zu hören.



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