Wahlkampf Union plant Zuwanderungsstopp

CDU und CSU haben ein weiteres Wahlkampfthema gefunden: Bayerns Innenminister Günther Beckstein fordert Familienpolitik und längere Lebensarbeitszeit statt Zuwanderung.


CSU-Politiker Beckstein: Zuwanderung massiv im Wahlkampf thematisieren
AP

CSU-Politiker Beckstein: Zuwanderung massiv im Wahlkampf thematisieren

Berlin - "Die Wahl ist eine Richtungsentscheidung, wie wir die demographischen Probleme Deutschlands lösen wollen", sagte Beckstein der Zeitung "Welt am Sonntag". Zur Wahl stehe eine Politik "massenhafter Zuwanderung, wie weite Teile von Rot-Grün planen", oder eine Politik "ohne Zuwanderung, dafür mit aufwendiger Familienpolitik, längerer Lebensarbeitszeit und permanenter Fortbildung, wie die Union verlangt." Diese Alternative werde "massiv im Wahlkampf thematisiert - und zwar von der ganzen Union, nicht nur von der CSU."

Dem stimmt Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) zu, schließlich stehe die große Mehrheit der Deutschen hinter der Zuwanderungspolitik seiner Partei, wie alle Umfragen bewiesen. Nur spiegele sich das bisher nicht "in der veröffentlichten Meinung wider. Da dominiert die Ansicht, nur Massenzuwanderung könne Rentenkollaps und Vergreisung verhindern. Diesen Irrtum müssen wir ausräumen."

Die These, es gebe einen demographischen Zwang zur Zuwanderung, bezeichnet Beckstein als "letzten Versuch, alte rot-grüne Utopien durchzuboxen" und "die Multikulturalisierung Deutschlands doch noch durchzusetzen." Tatsächlich habe die Bundesrepublik noch Jahrzehnte Zeit, die Geburtenrate ohne Zuwanderung wieder auf eine bestandserhaltende Höhe zu bringen.



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