Wahlumfrage Rot-Grün so stark wie seit elf Jahren nicht mehr

Eine  mögliche Koalition aus SPD und Grünen legt in der Gunst der Wähler immer weiter zu. Laut einer aktuellen ARD-Umfrage kämen beide Parteien zusammen auf 51 Prozent der Stimmen - so viel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Auch in der Kanzlerfrage steht die SPD derzeit besser da als die Union.

Ex-Finanzminister Steinbrück: Beliebter als die Kanzlerin
dapd

Ex-Finanzminister Steinbrück: Beliebter als die Kanzlerin


Berlin - Die SPD ist die große Gewinnerin der vergangenen Wochen. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagwahl wäre, käme sie laut der jüngsten Umfrage des ARD-Deutschlandtrends auf 28 Prozent der Stimmen - zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im Juli. Zusammen mit den Grünen, die bei 23 Prozent verharren, würde es für eine Mehrheit von 51 Prozent reichen. So stark war Rot-Grün seit dem Februar 2000 nicht mehr.

Laut den Umfrageergebnissen hätte die amtierende schwarz-gelbe Bundesregierung dagegen derzeit keine Chance auf Wiederwahl. Die Union kann nur mit 32 Prozent rechnen, die FDP würde mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen. Mit der Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind nur noch 45 Prozent der Befragten zufrieden - vier Prozentpunkte weniger als im Juli und der niedrigste Wert in diesem Jahr.

Steinbrück hat "das Format zum Kanzler"

Müsste Merkel direkt gegen einen der derzeit gehandelten SPD-Herausforderer antreten, hätte sie ebenfalls kaum Aussicht auf Erfolg. Bei einer Wahl zwischen Merkel und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier würden sich 40 Prozent für Merkel und 44 für Steinmeier entscheiden. Gäbe es ein Rennen mit dem früheren Finanzminister Peer Steinbrück, bekäme der SPD-Mann 46, die CDU-Vorsitzende 38 Prozent.

Steinbrück bekommt von den Befragten gute Bewertungen. 68 Prozent stimmten der Aussage zu, er sage "klar, was er denkt und nimmt kein Blatt vor den Mund". Für die Hälfte der Befragten hat er "das Format, der nächste Bundeskanzler zu werden".

In der Liste der überzeugendsten Politiker Deutschlands landet Steinbrück in der aktuellen Umfrage mit 53 Prozent Zustimmung auf den vierten Platz. Vor ihm liegen Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU), die sich mit jeweils 57 Prozent Zustimmung den ersten Platz teilen. Dahinter folgt der SPD-Mann Steinmeier (54 Prozent).

Chancenlos im Kanzlerrennen wäre der mögliche Grünen-Kandidat Jürgen Trittin. In einem direkten Duell mit Angela Merkel würden sich 56 Prozent der Befragten für die amtierende Kanzlerin entscheiden, nur 23 Prozent für Trittin.

Für die Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD wurden vom 1. bis zum 3. August 1507 Wahlberechtigte befragt.

stk/dpa/Reuters

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insgesamt 82 Beiträge
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marypastor 04.08.2011
1. Das ist mir klar.
Zitat von sysopEine* mögliche Koalition aus SPD und Grünen legt in der Gunst der Wähler immer weiter zu. Laut einer aktuellen ARD-Umfrage kämen*beide Parteien*zusammen auf 51 Prozent der Stimmen - so viel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Auch in der Kanzlerfrage steht die SPD*derzeit besser da als die Union. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778489,00.html
In der heutige Krisenzeit ist es unglaublich schwer fuer eine Regierungspartei, das Richtige zu tun. Was immer sie anfpackt ist falsch. Nach Volkes Meinung. Siehe Zapatero in Spanien. Den macht das Volk doch tatsaechlich fuer die Krise verantwortlich. Das wird dann von der Opposition ( PP ) ausgeschlachtet nach dem Motto: " Wenn wir dran waeren, haettet ihr alle einen Job , allerdings nicht gleich." So aehnlich. Dabei muessten die Spanier eigentlich wissen, dass es so nicht ist. Aber immerhin hat die Opposition es geschaft, dass die Wahlen vorgezogen werden. Das koennte uns auch in Deutschland passieren.
fallobst24 04.08.2011
2. ja wieso wohl?
Gibts etwa noch keine tolle Studie, in der nachgewiesen wird, dass die Dauer der Oppositionszeit einer Partei positiv mit deren Wählerstimmen korreliert? Wer nicht regiert kann nichts falsch machen. Wer regiert kann sogar trotz guter Politik als Versager dastehen und vice versa, aber in der Regel sinkt die Zustimmung gewaltig, erst recht bei solch einem drittklassigem Regierungspersonal wie zur Zeit. Aber für einen Kanzlerkandidaten Steinbrück würde ich sogar nach 8 Jahren wieder wählen gehen.
kuschl 05.08.2011
3. Wundert`s?
Zitat von sysopEine* mögliche Koalition aus SPD und Grünen legt in der Gunst der Wähler immer weiter zu. Laut einer aktuellen ARD-Umfrage kämen*beide Parteien*zusammen auf 51 Prozent der Stimmen - so viel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Auch in der Kanzlerfrage steht die SPD*derzeit besser da als die Union. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778489,00.html
Wenn man das erbärmliche Treiben,außen-,innen- und finanzpolitisch,unserer politischen "Leistungsträger" verfolgt,wundert mich das nicht.Es fehlt der Frau Kapitän, als auch der Crew auf all diesen Gebieten der Kurs zum richtigen Ziel und bald ist der Sprit alle.Aber wenn überall die Hütte brennt,geht man am besten erst einmal in Sommerurlaub!
pfeifffer, 05.08.2011
4. Soso,
Schwarzgeld-Schäuble ist beliebter als Steinbrück. Diesem Land geht es wirklich noch nicht schlecht genug.
winsford 05.08.2011
5. Steinbrück...
bekäme mit seiner SPD viele CDU Stimmen, die der Kanzlerin längst nicht mehr über den Weg trauen...Wofür auch????
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