Wahlumfrage SPD stürzt in Niedersachsen auf 33 Prozent ab

Die SPD darf bei den Landtagswahlen am Sonntag in Niedersachsen und in Hessen wohl nicht mehr auf einen glimpflichen Ausgang hoffen. Auch die jüngsten Umfragen sehen in beiden Ländern die Union deutlich vorn.




Schlechte Karten: Sigmar Gabriel
DDP

Schlechte Karten: Sigmar Gabriel

Hannover - In Niedersachsen verschlechterten sich die Werte der bisher allein regierenden Sozialdemokraten noch einmal. Laut einer Forsa-Umfrage kommt die SPD demnach zurzeit nur noch auf 33 Prozent. In der Vorwoche hatte das Institut für die Sozialdemokraten mit Ministerpräsident Sigmar Gabriel an der Spitze noch 35 Prozent ermittelt. Eine schwarz-gelbe Koalition in Hannover würde über eine absolute Mehrheit von 55 Prozent verfügen.

Die CDU mit Herausforderer Christian Wulff bleibt konstant bei 48 Prozent. Auch die Grünen stagnieren bei 8 Prozent. Dagegen sind die Chancen der FDP, nach neun Jahren in den Landtag zurückzukehren, mit einer Zustimmung von 7 Prozent gewachsen (Vorwoche: 6 Prozent). Forsa hatte im Auftrag des Fernsehsenders RTL vom 27. bis zum 30. Januar 1014 Bürger in Niedersachsen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt nach Angaben der Meinungsforscher bei einem Plus oder Minus von 3 Prozent.

Ähnlich optimistisch darf die CDU mit Ministerpräsident Roland Koch in Hessen sein. Nach der letzten Umfrage von Forsa aus der vorigen Woche kann die Union dort auf 51 Prozent der Stimmen hoffen. Die SPD um den Spitzenkandidaten Gerhard Bökel käme nur auf 29 Prozent, die Grünen auf 10 Prozent, die FDP auf 7 Prozent.

Insgesamt etwa 10,4 Millionen Bürger - rund 6,1 Millionen Niedersachsen und 4,3 Millionen Hessen - sind am Sonntag zur Wahl aufgerufen. Unklar sind derzeit noch die Auswirkungen des drohenden Irak-Krieges auf die Wahlen. Dieses Thema überlagerte in den vergangenen Tagen die typischen Landesthemen wie Arbeitsmarkt, Wirtschaftspolitik, Verschuldung und Bildung.

Kanzler Gerhard Schröder (SPD) versuchte daher bis zuletzt, das Blatt zumindest vor der für Rot-Grün etwas aussichtsreicheren Wahl in Niedersachsen noch zu wenden. In Hannover trat er am Freitagabend zusammen mit dem seit 1999 amtierenden Gabriel auf. Dieser rief die SPD beim Wahlkampfabschluss auf, trotz schlechter Umfragewerte weiter um unentschlossene Wähler zu kämpfen. Schröder bekräftigte seine Ablehnung eines Irak-Krieges und rief CDU/CSU zu einer eindeutigen Haltung auf. "Die Menschen in Deutschland wollen in dieser Frage klare Antworten und nicht das Taktieren der Union."

In Hessen warnte Regierungschef Koch die CDU im Wahlkampf angesichts ihres riesigen Vorsprungs in den Umfragen vor zu großer Siegesgewissheit. Er warb trotz realistischer Chancen auf eine absolute Mehrheit für die Fortsetzung der "zuverlässigen Koalition" mit der FDP.



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