Wahlwerbung Regine Hildebrandts Familie geht gegen DVU vor

Die DVU will im Brandenburger Wahlkampf von der Popularität der früheren Sozialministerin Regine Hildebrandt profitieren. "Hildebrandt würde heute Protest wählen", hieß es in einem Werbespot der rechtsextremen Partei. Die Familie der Verstorbenen protestiert heftig.


Für Wahlkampfzwecke missbraucht: Regine Hildebrandt (2001)
DPA

Für Wahlkampfzwecke missbraucht: Regine Hildebrandt (2001)

Potsdam - Hildebrandts Angehörige gehen juristisch gegen die DVU vor. Der Witwer Jörg Hildebrandt habe heute eine Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet, teilte SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness mit. Nun habe die DVU wenige Tage Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

In dem Werbespot für die Wahl am 19. September hieß es bislang: "Die DVU ist sich sicher: Regine Hildebrandt würde heute Protest wählen." Diese Aussage hat die Partei laut Ness mittlerweile abgeschwächt. Nach Einschätzung von SPD-Justiziar Carsten Stender hat die DVU keinen Anspruch auf die Ausstrahlung des "pietätlosen" Spots. Regine Hildebrandts Witwer hatte zuvor klargestellt, dass seine 2001 gestorbene Ehefrau heute unmissverständlich an der Seite ihres Freundes Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) stehen würde.

"Der Wahlkampf der extremistischen DVU ist widerlich", erklärte Hildebrandts Amtsnachfolger, Sozialminister Günter Baaske (SPD). "Gerade Regine Hildebrandt verabscheute 1999 den Einzug der DVU in den Landtag. Die Methode der Rechtsextremen ist eine Sauerei."

Bei der Landtagswahl 1999 hatte die DVU 5,3 Prozent der Stimmen erhalten und war mit fünf Abgeordneten in das Parlament eingezogen. Nach jüngsten Umfragen würde sie diesmal an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.



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