"Leuchtendes Vorbild" Hessen ehrt Lübcke mit Wilhelm-Leuschner-Medaille

Das Land Hessen verleiht seine höchste Auszeichnung posthum an den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Der CDU-Politiker hatte sich für Flüchtlinge eingesetzt, Anfang Juni wurde er ermordet.
Wilhelm-Leuschner-Medaille

Wilhelm-Leuschner-Medaille

Foto: Arne Dedert/ DPA

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke posthum die höchste Auszeichnung des Bundeslandes verleihen.

"Er war ein leuchtendes Vorbild für Freiheit und Demokratie", sagte Bouffier. Der CDU-Politiker Lübcke soll daher am 1. Dezember "für seine politische Courage und seinen persönlichen Mut" mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt werden.

Trauergottesdienst für den getöteten Walter Lübcke

Trauergottesdienst für den getöteten Walter Lübcke

Foto: Swen Pförtner/DPA

Dies wird die erste posthume Verleihung der Medaille. Zu früheren Preisträgern gehören etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Philosoph Jürgen Habermas und der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Lübcke war Anfang Juni mit einem Kopfschuss ermordet worden. Die Ermittlungen in dem Fall führt die Bundesanwaltschaft, die von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat ausgeht.

Der mutmaßliche Lübcke-Mörder Stephan Ernst, den Sicherheitsbehörden als vorbestrafter Neonazi bekannt, legte nach seiner Festnahme zunächst ein Geständnis ab, zog dieses später aber wieder zurück. Den Verdacht gegen ihn erhärtete diese Woche ein kriminaltechnisches Gutachten: Eine Pistole, zu deren Versteck Ernst die Polizei geführt hatte, ist zweifelsfrei die Waffe, mit der Lübcke getötet wurde.

cht/dpa