Warnung an Merkel Seehofer lehnt noch größeren Rettungsschirm strikt ab

Kurz vor dem Bundestagsvotum über den Euro-Rettungsschirm setzt Horst Seehofer die Kanzlerin unter Druck: Einer neuerlichen Erweiterung würde seine CSU nicht mehr zustimmen. Die Mittelstandsvereinigung der Union ruft die Abgeordneten gar zum "Nein" bei der Abstimmung am Donnerstag auf.

CSU-Chef Seehofer: "Bis hierhin und nicht weiter"
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CSU-Chef Seehofer: "Bis hierhin und nicht weiter"


München - Die eigene Mehrheit scheint der Kanzlerin am Donnertag sicher, wenn der Bundestag über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms entscheidet - doch für die CSU ist das Limit damit erreicht: Parteichef Horst Seehofer hat Angela Merkel davor gewarnt, den Deutschen immer mehr Lasten aufzubürden. Es dürfe nicht sein, dass die Bundesrepublik am Ende ihre eigene Kreditwürdigkeit verspiele, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung".

Weitergehende Maßnahmen erteilte Seehofer in dem Interview eine deutliche Absage. Die CSU stehe zur jetzigen Reform, lehne aber neuerliche Erweiterungen des Schutzschirms ab, sagte der bayerische Ministerpräsident. "Deshalb sagen wir: Bis hierhin und nicht weiter."

Seehofer warnte davor, die deutsche Bonität zu verspielen. "Wenn eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands droht, ist Schluss", sagte Seehofer. Wenn die Staatsverschuldung ausufere, "liegt am Ende der Rettungssanitäter im Krankenhaus".

Während die CSU bei der Entscheidung am Donnerstag den Kurs der Kanzlerin noch unterstützt, spricht sich die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union für ein Nein beim Bundestagsvotum aus. "In Respekt vor der freien Entscheidung jedes Parlamentariers" erkläre sich der Bundesvorstand mit den Abweichlern in der Unions-Fraktion solidarisch, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung.

Damit stellt sich die Untergruppierung der Union offen gegen CDU-Chefin Merkel und ihren Generalsekretär Hermann Gröhe. Dieser hatte zuvor nochmals eine Zustimmung für den Euro-Rettungsschirm und ein geschlossenes Auftreten der Union eingefordert.

fdi/Reuters/dpa/dapd

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Wolf_68, 24.09.2011
1. Schwachsinn.
Zitat von sysopNichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
Das ist doch nun wirklich sowas von wurscht.
schüttmen 24.09.2011
2. Nein
Warum sollte er scheitern wenn der € wieder etwas mit der Real Wirtschaft zutun bekämme. Das gilt aber für jede Währung. Die EU hat es auch schon ohne den € gegeben könnt Ihr Euch daran nicht mehr erinnern? Ich schon und es hat Funktioniert. LOL
franzdenker 24.09.2011
3. Die EU oder die Bedeutungslosigkeit.
Zitat von sysopNichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
Die EU wird nicht aus Humanismus gegründet sondern aus machtpolitischen Überlegungen. Stellte früher der "weiße" Mann noch einen großen Anteil der Weltbevölkerung dar, so schwindet seit Jahren sein Anteil und damit sein Einfluss. Die neuen Supermächte sind die bevölkerungsreichen Länder China (1,3 Mrd. Menschen), Indien (1 Mrd. Menschen), Braslien, Indonesien, etc. Selbst das bevölkerungsreiche Deutschland mit seinen 80 Mio. Einwohnern würde kaum noch wahrgenommen werden, ähnlich wie heutzutage Belgien oder Österreich in der EU. Der Zusammenschluss der europäischen Staaten mit über 500 Mio. Menschen, stärkt damit den machtpolitischen Einfluss der Europäer und ist die einzige Möglichkeit in Zukunft wahrgenommen zu werden.
alles zwecklos 24.09.2011
4.
Zitat von franzdenkerDie EU wird nicht aus Humanismus gegründet sondern aus machtpolitischen Überlegungen. Stellte früher der "weiße" Mann noch einen großen Anteil der Weltbevölkerung dar, so schwindet seit Jahren sein Anteil und damit sein Einfluss. Die neuen Supermächte sind die bevölkerungsreichen Länder China (1,3 Mrd. Menschen), Indien (1 Mrd. Menschen), Braslien, Indonesien, etc. Selbst das bevölkerungsreiche Deutschland mit seinen 80 Mio. Einwohnern würde kaum noch wahrgenommen werden, ähnlich wie heutzutage Belgien oder Österreich in der EU. Der Zusammenschluss der europäischen Staaten mit über 500 Mio. Menschen, stärkt damit den machtpolitischen Einfluss der Europäer und ist die einzige Möglichkeit in Zukunft wahrgenommen zu werden.
Ob Deutschland in Zukunft noch wahrgenommen wird, hängt ganz entscheidend davon ab, ob D auf Grund eines guten Bildungssystems weiterhin wirtschaftlich hervorragende Leistungen abliefert. In welcher Währung die Leistungen abgerechnet werden ist dagegen zweitrangig.
Rockker, 24.09.2011
5.
Also von Wirtschaft und Finanzen habe ich keine Ahnung aber ich meine, nein, wieso? Die EU hat es vor der Einführung des Euro schon gegeben, also damals als alle ihre eigene Währung hatten. Und von den 27 Mitgliedern, haben heute, glaube ich 10 oder 11 Mitglieder-Staaten, immer noch keinen Euro. Sollte noch einer dazu kommen (sprich Griechenland), das wird nicht viel ändern.. Wenn Angie ihr eigenes Wirtschaftsminsterchen rügt, weil er plötzlich im Anfall des Billig-Populismus von der möglichen Griechenland-Pleite öffentlich labert und damit den Börsen-Haien und Spekulanten Munition gibt, dann muß sie sich auf an die eigene Nase fassen. Sie hat neulich gesagt; wenn Euro fällt, fällt auch die EU..Das ist genauso unverantortlich zu sagen, wenn man in der Funktion ist, in der sie ist.
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