Jan Fleischhauer

S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal Warum Konservative die glücklicheren Menschen sind

Angeblich sind Linke intelligenter als Leute, die eher rechts stehen. Dafür sind Konservative zufriedener mit ihrem Leben, wie Studien ergeben - und sie haben den besseren Sex.

Ein Leser schrieb mir, dass ich mich nicht wundern sollte, wenn mir auf Amazon nur Kettensägen empfohlen würden. "Es dürfte eine hohe Korrelation geben zwischen Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr (bedingt durch das Gefühl, im Recht zu sein), Frauenfeindlichkeit, Kettensägenverwendung und konservativer Lebenseinstellung", teilte er mir mit. Der Leser hat dann noch ausgeführt, dass Leute, die "links sind und kiffen", im Gegensatz zu Konservativen wie mir weder Verwendung für eine Kettensäge hätten noch Einwände gegen Frauen am Steuer.

Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob Links sein und Kiffen notwendigerweise zusammengehören, bin ich immer wieder erstaunt, was man Konservativen so alles nachsagt. Die Bundesrepublik verdankt ihnen ihre glücklichsten Jahre. Ohne Adenauer und Kohl hätten wir weder das Wirtschaftswunder noch die deutsche Einheit bekommen, aber das zählt rufmäßig rein gar nichts. Wer konservativ ist, gilt als spießig, rückständig und irgendwie aus der Zeit gefallen, von Vorbehalten gegen Frauen am Steuer ganz abgesehen. Kein Wunder, dass junge Menschen, denen viel an der Meinung anderer liegt, sich lieber der linken Sache verschreiben. Wer will schon als muffig und rückständig gelten? Angeblich sind Konservative auch weniger schlau als Linke.

Der Kronzeuge für diesen Befund ist der Psychologe Satoshi Kanazawa von der London School of Economics and Political Science. "Why Liberals and Atheists Are More Intelligent" heißt ein Aufsatz von 2010, in dem Kanazawa festhält, dass weniger intelligente Menschen an längst überkommenen Dingen wie dem Glauben hängen, weil sie sich schlechte Erfahrungen nur mit der strafenden Hand Gottes zu erklären vermögen. Klügere Menschen hingegen könnten sich auf Neues einstellen und seien damit auch in der Lage, sich um andere Menschen und deren Nöte zu kümmern, weshalb wir ihnen Errungenschaften wie den Sozialstaat verdanken. Ein Jahr nach dem Intelligenz-Aufsatz hat Kanazawa einen Text mit dem Titel "Why Are Black Women Less Physically Attractive Than Other Women?" veröffentlicht, wodurch er von der Blogger-Liste von "Psychology Today" gestrichen wurde. Nobody is perfect, wie man so schön sagt.

Konservative haben die höchste Orgasmusfrequenz

Es ist wirklich toll, auf was man stößt, wenn man sich auf die Suche nach Forschungsergebnissen in Verbindung mit Parteipräferenzen macht. Ich habe bei der Gelegenheit zum Beispiel herausgefunden, dass Konservative glücklicher sind als Linke, was mich wiederum sehr beruhigt. Menschen, die sich selber als konservativ einstufen, sind insgesamt deutlich zufriedener mit ihrem Leben als Leute, die eher nach links tendieren, wie eine Reihe von Studien nahelegen.

Die Ergebnisse beruhen auf Erhebungen, bei denen man die Befragten bittet, auf einer Skala von eins bis sieben verschiedene Aussagen danach zu bewerten, inwieweit diese auf sie zutreffen. Zu diesen Aussagen gehören Sätze wie: "Mein Leben ist großartig." Oder: "Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich daran kaum etwas ändern wollen."

Seit der ideologische "Happiness Gap" entdeckt wurde, suchen Psychologen nach einem Grund dafür. Konservative haben möglicherweise einfach weniger Probleme mit dem Status Quo, lautet eine Erklärung. Eine andere ist, dass Linke eher zu Selbstkritik neigen. Anfang des Jahres berichtete die "New York Times" über neue Studien, wonach das Glücklichkeits-Gefälle dadurch zustande kommt, dass Konservative darauf trainiert sind, allem einen positiven Dreh zu geben. Wie es wirklich um das Glück bestellt ist, versuchten die Forscher unter anderem anhand von 533 Fotos von amerikanischen Kongressabgeordneten herauszufinden. Politiker der Republikaner zeigten danach weniger oft ein Lächeln, bei dem die für echte Freude stehenden Gesichtsmuskeln neben den Augen bewegt werden. Man sieht, das Thema ist so heiß, dass sogar Augenfältchen eine politische Bedeutung erhalten.

Eine andere, weit naheliegendere Erklärung für die höhere Lebenszufriedenheit von Konservativen wäre: Sie haben auch mehr und den besseren Sex. Dass Sozialdemokraten die geringste Koitusfrequenz haben, ist seit längerem bekannt  (1,5 mal pro Woche versus 2,1 mal bei FDP-Anhängern und 1,8 mal bei Unions-Wählern). Eine von der amerikanischen Datingseite match.com  in Auftrag gegebene Umfrage unter 6000 Singles hat sogar ergeben, dass konservativ gesinnte Menschen auch die höhere Orgasmusrate haben. Während bei den Anhängern der Demokraten nur 40 Prozent regelmäßig zum Höhepunkt kommen, berichteten mehr als die Hälfte der den Republikanern Zuneigenden, dass sie beim Sex jedes Mal zum Orgasmus kämen.

Wenn ich die Wahl zwischen ein paar Intelligenzpunkten mehr oder Glück und besserem Sex hätte, würde ich mich lieber für Letzteres entscheiden. Beim Glück soll man kein Risiko eingehen, da ist man besser auf der sicheren Seite.

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