Tagesvorschau Was Montag wichtig wird

Ungarns Präsident Áder reist nach Berlin, während Premier Orbán daheim die Verfassung ändert und die Befugnisse der Justiz einschränkt. Kanzlerkandidat Steinbrück stellt in Berlin die Agenda vor, mit der er in den Wahlkampf ziehen will - diese Themen werden am Montag wichtig.

Ungarn irritiert Europa

Ungarns Staatsoberhaupt János Áder: Visite in Berlin zu einem heiklen Zeitpunkt

Ungarns Staatsoberhaupt János Áder: Visite in Berlin zu einem heiklen Zeitpunkt

Foto: ATTILA KISBENEDEK/ AFP

Der Termin klingt nach Normalität in den Beziehungen - ein europäischer Partner kommt zu Besuch: Ungarns Staatspräsident János Áder reist nach Berlin. Er wird mit militärischen Ehren empfangen, trifft Bundespräsident Joachim Gauck, gemeinsam besichtigen sie das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen.

Aber während Staatsoberhaupt Áder die guten Beziehungen pflegt, stellt sein Parteifreund, der ungarische Premier Viktor Orbán, vor dem Parlament in Budapest eine Novelle zur Abstimmung, die in ganz Europa mit großer Sorge verfolgt wird. Das Gesetz nimmt dem Verfassungsgerichtshof wichtige Befugnisse und schränkt die Unabhängigkeit der Justiz insgesamt weiter ein. Mit heftigem Protest aus ganz Europa ist zu rechnen - er dürfte auch den Gast in Berlin nicht verschonen.

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Steinbrücks Agenda

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Präsentation des Wahlprogramms

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Präsentation des Wahlprogramms

Foto: Marijan Murat/ dpa

Mit welchen Schwerpunkten geht die SPD in den Wahlkampf? Am Montag berät der Parteivorstand der Sozialdemokraten über den Abschlussentwurf des Wahlprogramms, SPD-Chef Gabriel und Kanzlerkandidat Steinbrück nehmen am Nachmittag Stellung. Wohl ganz oben auf der Prioritätenliste: die soziale Gerechtigkeit, Mietwucher, das Trennbanken-System. Bei der Präsentation dürfte es auch um die Erfolge und Probleme der Agenda 2010 gehen - Gerhard Schröders innerparteilich umstrittenes Reformprojekt jährt sich kommende Woche zum zehnten Mal.


Luka Magnotta vor Gericht

Einsatz in Montreal (Archiv): Luka Magnotta hielt die Polizei tagelang in Atem

Einsatz in Montreal (Archiv): Luka Magnotta hielt die Polizei tagelang in Atem

Foto: Graham Hughes/ AP

Der Fall erregte international großes Aufsehen: In Kanada tötete ein Mann einen Studenten mit einem Eispickel, zerstückelte die Leiche und verschickte Körperteile mit der Post - unter anderem an Schulen und Parteien. Der mutmaßliche Mörder Luka Magnotta, ein früherer Callboy und Pornodarsteller, floh zunächst nach Frankreich, ehe er Anfang Juni 2012 in einem Berliner Internetcafé festgenommen wurde. Nun steht der 30-Jährige in Montreal vor Gericht. Die Anklage wirft ihm unter anderem Mord und Leichenschändung vor. Die Verteidigung will die Öffentlichkeit ausschließen.


Streik in Düsseldorf

Sehr gute Nerven brauchen Passagiere, die am Montag ab dem Flughafen Düsseldorf fliegen wollen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt die privaten Sicherheitsdienste zum Streik aufgerufen - von 4 bis 24 Uhr. Nach Gewerkschaftsangaben erhalten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der Stunde 8,23 Euro. Verdi fordert zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen".


Debatte zum SPIEGEL-Titelthema : Lebensretter - warum schauen in der Not viele weg?

In prekären Situationen, bei Unfällen oder wenn Hilfe nötig ist, kommt es oft auf Sekunden an. Bei Herzinfarkten kann schnelles Handeln Leben retten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass in alltäglichen Situationen die so nötige Hilfe unterbleibt, obwohl Menschen in unmittelbarer Nähe sind und mit Handy oder ähnlichen Mitteln aktiv werden könnten.

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