Wegen Hitler-Vergleich Haider verklagt das SZ-Magazin

"Zwei Mann, ein Wort" hieß das Quiz, das das SZ-Magazin seinen Lesern stellte. Die Beilage der "Süddeutschen Zeitung" listete Zitate von Jörg Haider und Adolf Hitler auf. Die Leser sollten sie den beiden zuordnen. Eine nicht immer leichte Aufgabe. Haider jedoch fand's nicht komisch und verklagte jetzt das Magazin.


Wien - In dem am 17. Dezember 1999 veröffentlichten "Gesinnungs-Quiz" sei gegen ihn der Vorwurf "nationalsozialistischer oder ähnlich menschenverachtender Gesinnung" erhoben worden, heißt es zur Begründung. Die Einleitung des Verfahrens wegen übler Nachrede wurde am Montag auf Anordnung des Wiener Landesgerichts in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" veröffentlicht.

Jörg Haider
AP

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Nach österreichischem Mediengesetz sei die Veröffentlichung nur in einer österreichischen Zeitung möglich, sagte der Jurist Michael Rami von der Anwaltskanzlei Böhmdorfer, die Haider vor Gericht vertritt. Auch die Veröffentlichung des Urteils würde in Österreich erfolgen. Sollte die strafrechtliche Klage Erfolg haben, sei anschließend die Einbringung einer Zivilklage gegen das SZ-Magazin möglich, sagte Rami. Urteil und Widerruf müssten dann im SZ-Magazin veröffentlicht werden. Haider könne keine finanzielle Entschädigung verlangen. Im Falle einer Verurteilung müsste die SZ jedoch die Verfahrenskosten übernehmen.



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