Wehrbeauftragter Isaf wehrt sich gegen Königshaus-Kritik

Hellmut Königshaus' Bundeswehr-Schelte sorgt weiter für Ärger. Jetzt hat auch die Isaf-Truppe auf die Vorwürfe des Wehrbeauftragten reagiert: "Völlig unangemessen" und obendrein falsch sei dessen Behauptung über die mangelhafte Ausrüstung der Einheiten in Afghanistan.

Bundeswehrsoldaten im Feldlager Feisabad: Mangelhafte Ausrüstung?
dpa

Bundeswehrsoldaten im Feldlager Feisabad: Mangelhafte Ausrüstung?


Kabul/Berlin - Der Wehrbeauftragte des deutschen Bundestags Hellmut Königshaus hat mit seiner Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehr auch die Führung der Afghanistan-Schutztruppe Isaf gegen sich aufgebracht. Die Verwendung des Begriffs "Drama" für die Ausstattung und Versorgung der Bundeswehr in Afghanistan sei "mindestens völlig unangemessen", sagte der Isaf-Sprecher Brigadegeneral Josef Blotz am Donnerstag in einer nach Deutschland übertragenen Video-Pressekonferenz in Kabul.

Die Ausrüstung und Ausbildung deutscher Soldaten werde den Ansprüchen gerecht. "Was wir an Ausbildung und Ausrüstung aufzuweisen haben, entspricht dem, was wir brauchen", sagte Blotz und schloss sich damit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an, der die Kritik von Königshaus zuvor bereits als maßlos zurückgewiesen hatte.

Der Wehrbeauftragte erklärte daraufhin, er habe "nicht die Absicht einzuknicken". Auch ein Minister müsse Kritik aushalten können, und seine Äußerungen seien zu keinem Zeitpunkt maßlos gewesen. Auch die Verwendung des Begriffs "Drama" für einige Versorgungs- und Ausstattungsbereiche verteidigte er.

Königshaus moniert unter anderem unzureichenden Schutz von Einsatzfahrzeugen, fehlende Munition und Defizite bei Verpflegung und Unterbringung. Er behauptete in einem Zeitungsinterview, es fehle sogar an Möbeln für die Quartiere, Feldbetten, Gefechts- und Übungsmunition, und die Soldaten fühlten sich vernachlässigt.

can/dpa

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Coolie, 29.07.2010
1. Was soll dieses Hickhack....
Zitat von sysopHellmut Königshaus' Bundeswehr-Schelte sorgt weiter für Ärger. Jetzt hat auch die Isaf-Truppe auf die Vorwürfe des Wehrbeauftragten reagiert: "Völlig unangemessen" und obendrein falsch seien dessen Behauptung über die mangelhafte Ausrüstung der Einheiten in Afghanistan. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,709093,00.html
Der Herr Baron hat hat doch nach der letzten Trauerfeier für gefallene Soldaten davon gesprochen, dass die Ausrüstung der BW optimiert werden müsse, um den Soldaten den bestmöglichen Schutz angedeihen zu lassen und das ungeachtet des Sparzwangs. Das war im April diesen Jahres. Passiert ist in der Zwischenzeit nichts. Da verwundert es doch nicht, wenn der Wehrbeauftragte dies jetzt anmahnt.
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