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AfD Weitere »Swiss Connection«?

aus DER SPIEGEL 25/2021

Die Affäre um dubiose Wahlkampfhilfen der Schweizer PR-Firma Goal AG für AfD-Politiker könnte sich ausweiten. Nach SPIEGEL-Informationen wirft die frühere AfD-Chefin Frauke Petry in ihrem neuen Buch zwei weiteren AfD-Politikern vor, Kontakte zu der umstrittenen Werbeagentur unterhalten zu haben. So seien die heutigen AfD-Europaabgeordneten Nicolaus Fest und Maximilian Krah einst bei der Goal AG zu Gast gewesen, um über Wahlkampfunterstützung zu sprechen. Petry beruft sich dabei auf SMS-Nachrichten, die ihr vorlägen. Auf Nachfrage räumte Krah Kontakte zu der PR-Firma ein, »aber nie im Zusammenhang mit der AfD, sondern ausschließlich für ein von der Partei unabhängiges Zeitungsprojekt«. Er habe weder »Wahlkampfunterstützung noch anderweitig Geld oder geldwerte Vorteile von Goal erhalten«. Fest, früher Vizechefredakteur der »Bild am Sonntag«, war für eine Stellungnahme telefonisch nicht erreichbar und ließ Mailanfragen bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Die Goal AG hatte bereits die AfD-Politiker Jörg Meuthen und Guido Reil mit aus dubioser Quelle finanzierten Wahlkampfhilfen im Wert von rund 90.000 Euro (Meuthen) und 44.500 Euro (Reil) unterstützt. Als die Bundestagsverwaltung nach den Geldgebern der Kampagnen fragte, legte die AfD der Behörde gefälschte Spenderlisten vor (SPIEGEL 13/2019). In der Affäre musste die AfD inzwischen rund 400.000 Euro Strafe zahlen.

stw, srö
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