Welttag der Pressefreiheit Maas ruft zu besserem Schutz von Journalisten auf

"Die Pressefreiheit zu schützen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben": Außenminister Heiko Maas hat in Mexiko an die teils gefährliche Arbeit von Journalisten erinnert - und auch den Gastgeber nicht ausgespart.

Heiko Maas in Mexiko
Edgard Garrido/ REUTERS

Heiko Maas in Mexiko


Dieser Freitag gilt als Welttag der Pressefreiheit. Pünktlich zu diesem Termin hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu einem besseren Schutz von Journalisten aufgerufen. "Eine freie, unabhängige und vielfältige Presselandschaft ist Voraussetzung für jede funktionierende Demokratie", sagte er am Rande seines Besuchs in Mexiko.

"Die Pressefreiheit zu schützen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben - in unserem eigenen Land und international." Deutschland stehe daher in "engem Kontakt mit unseren Partnern für einen besseren Schutz von Journalistinnen und Journalisten weltweit".

Maas erinnerte an die Ermordung des slowakischen Reporters Jan Kuciak und an den Journalisten Jamal Khashoggi, der im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul getötet wurde. "Ihr Schicksal hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie es um die Pressefreiheit weltweit bestellt ist", sagte Maas. Das gelte "besonders auch hier in Mexiko, einem der weltweit gefährlichsten Länder für Journalistinnen und Journalisten".

Erst Mitte April hatte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" ihre jährliche Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Demnach geraten Journalisten weltweit zunehmend unter Druck - auch in Europa und den USA.

Maas befindet sich derzeit auf einer Lateinamerikareise. Nach Stationen in Brasilien und Kolumbien traf er am Donnerstag in Mexiko ein, wo er unter anderem seinen Kollegen Marcelo Ebrard traf.

In Myanmar inhaftierte Reporter erhalten Pressefreiheits-Preis

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 3. Mai auf Vorschlag der Unesco im Jahr 1993 zum Welttag der Pressefreiheit erklärt. Seit 1997 verleiht die Unesco an diesem Tag den Guillermo-Cano-Preis zum Gedenken an den ermordeten kolumbianischen Journalisten.

Am Donnerstag nun erhielten zwei in Myanmar inhaftierte Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters die Auszeichnung: Wa Lone und Kyaw Soe Oo. Den Pressefreiheits-Preis nahm Thura Aung, einer von Wa Lones Brüdern während einer Feierstunde in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba in ihrem Namen entgegen. "Die beiden Reporter wollten nur ihre Arbeit machen", sagte Thura Aung.

Thura Aung bei der Verleihung des Guillermo-Cano-Preises
EDUARDO SOTERAS/ AFP

Thura Aung bei der Verleihung des Guillermo-Cano-Preises

Den beiden Journalisten aus Myanmar, die zu jeweils sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden sind, wird zur Last gelegt, sich bei Recherchen über Militärverbrechen an Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya im Dezember 2017 illegal geheime staatliche Dokumente beschafft zu haben. Sie bestreiten die Vorwürfe. Nach ihrer Darstellung wurden sie von Militärs in eine Falle gelockt.

aar/AFP/dpa

insgesamt 66 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
puzzleteil 03.05.2019
1. Freiheit beginnt mit Meinungen
Wo nicht Meinungen für Menschen kämpfen dürfen, Kämpfen Menschen für Meinungen. Sicherlich kann auch missbraucht werden wie alles wichtige. Für Lösungen und Wahrheiten ist unverzichtbar.
manly-man 03.05.2019
2. Der ehemalige Bundesjustizminister spricht im Ausland...
...über die Bedeutung der Pressefreiheit? Dafür hat er als Bundesjustizminister in Deutschland ja auch eine echte Lanze gebrochen. Vielen Dank dafür! Schade, dass der Spiegel das nicht auch ein wenig in den Kontext seiner tollen Ideen im Justizministerium stellen wollte...
fatherted98 03.05.2019
3. Peter Scholl-Latour...
...hat mal gesagt, dass er sich von der Front fernhält (hatte ja die Erfahrung in Vietnam die damals ja gut ausging). An der Front erfährt der Journalist in der Regel nichts....und auch indem er sich mit politischen Richtungen gemein macht, macht er sich angreifbar (siehe Türkei)....dann wird der Journalist zum Agitator und geht Gefahr das er vom Regime festgesetzt wird. Davon hat keiner was....außer ein Märtyrertum zu fördern. Berichterstattung heißt, dass man objektive Berichterstattung leisten muss....Beziehungen knüpfen....Recherche....und nicht bloßer Aktionismus und die Demonstration auf der "richtigen Seite" zu stehen. Für Journalisten darf es keine "richtige Seite" geben....aber das scheint schon lange vorbei zu sein...zumindest in Deutschland.
horstenporst 03.05.2019
4.
Schade, dass er Frankreich nicht erwähnt hat. https://www.deutschlandfunk.de/polizeigewalt-in-frankreich-ueber-30-journalisten-erstatten.2907.de.html?dram:article_id=447619
Ad_meliorem 03.05.2019
5. Genau!
Schützt die Journalisten, das hat höchste Priorität, denn Sie beinflussen die Masse ja nicht und schalten nieeemals Falschmeldungen! Und danach können wir uns um die unwichtigen Feuerwehrmänner, Krankentransporter etc. kümmern, die schon hier nichtmehr sicher sind..
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.