WestLB Verdacht einer gigantischen Geldwäsche

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ist dem bislang größten Fall mutmaßlicher Geldwäsche in Deutschland auf der Spur. In dem Fall, in den auch die WestLB verwickelt sein soll, geht es um Milliardensummen.


WestLB-Zentrale in Düsseldorf
AP

WestLB-Zentrale in Düsseldorf

Hamburg - Nach Informationen des SPIEGEL steht eine internationale Unternehmensgruppe, die im osteuropäischen Rohstoffgeschäft groß wurde, im Verdacht, bei vier deutschen Großbanken seit 1997 umgerechnet mehr als sieben Milliarden Mark gewaschen zu haben, rund 3,7 Milliarden davon alleine bei der Westdeutschen Landesbank (WestLB). In europäischen Nachbarstaaten soll der Konzern, zu dessen Einflussbereich die Ermittler weltweit fast 100 Firmen - darunter auch Banken - zählen, weitere acht Milliarden Mark angelegt haben.

Ein Großteil der ausgerechnet bei der öffentlich-rechtlichen WestLB gelandeten Gelder kam den Ermittlungen zufolge allein von einer Firma auf den britischen Virgin Islands. Auf dem von ihr eingerichteten Konto hätten zeitweise mehr als 1,2 Milliarden Mark gelagert. Das Geld ist den Ermittlern zufolge von einer United Global Bank in West-Samoa gekommen, die es als echtes Kreditinstitut überhaupt nicht gebe. Für die Überweisungen habe man den "Swift-Code" der Trade Finance Bank in Nassau verwendet, die die Behörden wiederum dem Einflussbereich des in Verdacht stehenden Konzerns zurechnen.

Die WestLB hat inzwischen die Geschäftsbeziehungen beendet; die Konten wurden zum 31. Dezember 2000 gekündigt. Zuvor hatte der Bundesverband Öffentlicher Banken seine Mitglieder vor der Unternehmensgruppe gewarnt: Diese missbrauche offenbar "mehrere deutsche Banken zur Geldwäsche" in "Millionen- und Milliardenhöhe".



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