Versuchte Anschläge auf ICE-Trassen Terrorverdächtiger in Wien gefasst

Unbekannte spannten in zwei Fällen Drahtseile über eine ICE-Strecke. Die Polizei fand Sympathiebekundungen für den IS an den Tatorten. Nun wurde in Wien ein Verdächtiger festgenommen.

Daniel Karmann/ DPA

Nach versuchten Anschlägen auf Bahnstrecken in Bayern und Berlin hat die Polizei in Wien einen 42-jährigen Iraker unter Terrorverdacht festgenommen. Der Mann, der in Wien wohnt, sympathisiere offensichtlich mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wie die Generalstaatsanwaltschaft München und der Polizeipräsident in Berlin am Mittwoch mitteilten.

Die Staatsanwaltschaft Wien teilte mit, dass der Mann im dringenden Verdacht stehe, im Oktober und Dezember 2018 in Deutschland terroristische Anschläge auf Bahnstrecken durchgeführt zu haben. Nur aufgrund eines technischen Fehlers sei es nicht zur geplanten Tötung von Menschen gekommen.

"In Tatortnähe aufgefundene Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des sogenannten Islamischen Staates begründen einen terroristischen Tatverdacht", teilte die Behörde mit. Der Beschuldigte zeige sich "tatsachengeständig", bestreite aber einen terroristischen Hintergrund.

Verdächtiger soll Stahlseile über ICE-Strecken gespannt haben

Konkret geht es um zwei Fälle: Am 7. Oktober war auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München bei Allersberg ein Stahlseil zwischen den Oberleitungsmasten befestigt worden, zudem wurden mit Metallteilen verstärkte Holzkeile auf den Gleisen aufgebracht, um einen darüberfahrenden Zug zum Entgleisen zu bringen, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Ein ICE hatte die Hindernisse überfahren, war aber nur leicht beschädigt worden.

Die Polizei Berlin hatte am 24. und 25. Dezember von einem vergleichbaren Eingriff an einer Bahnstrecke in Karlshorst berichtet, bei dem auch ein Oberleitungsschaden festgestellt worden war. Auch hier fanden Ermittler in Tatortnähe Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des IS.

Die Festnahme erfolgte bereits am Montag, aktuell wird der Mann in Wien auch von deutschen Ermittlern vernommen.

asa/dpa



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