Kretschmann über AfD "Schlimmer als bei den Republikanern"

Im Streit um antisemitische Äußerungen hat sich die AfD im baden-württembergischen Landtag zerlegt. Ministerpräsident wirft den Rechtspopulisten "Züge von Fanatismus" vor.

Ministerpräsident Kretschmann
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Ministerpräsident Kretschmann


Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat scharfe Kritik an der tief zerstrittenen AfD im Stuttgarter Landtag geübt. "Die AfD kultiviert eine brutale, bisweilen gewalttätige Sprache, die Züge von Fanatismus in sich trägt", sagte Kretschmann der "Heilbronner Stimme". "Das ist sogar um einiges schlimmer als bei den Republikanern, die ich auch im Landtag erlebt habe."

Nach der Spaltung der AfD-Fraktion bezeichnete Kretschmann die rechtspopulistische Partei als "ganz banalen Intrigantenstadl ohne klares Wertesystem". "Bei der AfD sind Leute zusammengerührt, die sich weder vertragen noch eine Haltung haben."

Die AfD war nach der Landtagswahl im März als stärkste Oppositionspartei in den Landtag eingezogen. Die Fraktion hatte sich Anfang Juli im Streit um antisemitische Positionen einer ihrer Abgeordneten gespalten.

Kretschmann sprach dem bisherigen AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen die Fähigkeit ab, als Oppositionsführer zu wirken. "Dafür hätte er nämlich die Opposition anführen müssen. So ein Ansehen muss man sich erarbeiten. Meuthen war bisher der Fraktionsvorsitzende der größten Oppositionspartei, mehr aber auch nicht", betonte der Ministerpräsident.

kev/dpa

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