Kretschmann gibt Tipps zum Gassparen »Auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung«

Gegen steigende Gaspreise hat Baden-Württembergs Ministerpräsident ein Rezept: weniger duschen und heizen. In einem Punkt könnte er seine Klimabilanz aber selbst noch verbessern.
Baden-Würtembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: »Wir heizen in der Regel nur ein Zimmer«

Baden-Würtembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: »Wir heizen in der Regel nur ein Zimmer«

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

In Zeiten von Gasknappheit und steigenden Preisen sieht sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Energiesparer auf einem guten Weg. »Ich habe ein Elektroauto, ich habe eine riesige Photovoltaikanlage auf dem Dach«, sagte der Grünenpolitiker der »Südwest Presse«.

Seit 25 Jahren erhitze er sein Wasser zu 70 Prozent solar, außerdem habe er eine Pelletheizung bestellt. Kretschmanns Tipp: »Wir heizen in der Regel nur ein Zimmer. Es ist auch gesünder, wenn man im Haus nicht überall die gleiche Temperatur hat.« Außerdem müsse man nicht dauernd duschen. »Auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung«, riet Kretschmann.

Einen Schwachpunkt hat der Grünenpolitiker bei sich allerdings ausgemacht: »Bei der Reduzierung des Fleischkonsums habe ich noch Luft nach oben.«

Kretschmann rief in dem Interview außerdem die Unternehmen im Land auf, im Umgang mit China vorsichtiger zu sein und andere Absatzmärkte stärker zu berücksichtigen: »Wir müssen unabhängiger von China werden.« Er werbe bei der Wirtschaft seit Jahren dafür, den Blick stärker nach Indien zu richten. »Das stößt heute auf deutlich mehr Zustimmung als noch vor ein paar Jahren«, sagte der Regierungschef. Man werde zwar weiter mit Staaten Handel treiben müssen, »die nicht demokratisch sind. Aber wir dürfen uns nicht von ihnen abhängig machen.«

Die Handelsbeziehungen Baden-Württembergs mit China haben sich nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamts in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verstärkt. Auch 2021 war das asiatische Land einer der wichtigsten Handelspartner Baden-Württembergs. Gefragt sind vor allem baden-württembergische Kraftwagen und Fahrzeugteile sowie Maschinen. Allerdings hängt die Produktion vieler Elektrogeräte und Autos in Baden-Württemberg umgekehrt auch von Zulieferteilen oder Rohstoffen aus China ab.

mfh/dpa
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