WM-Kampagne NPD-Chef Voigt droht Anklage wegen rassistischer Hetze

Eine Kampagne der rechtsextremen NPD während der Fußball-WM hat ein Nachspiel: Die Berliner Justiz will Parteichef Voigt und weitere NPD-Männer wegen Volksverhetzung und Beleidigung anklagen.


NPD-Chef Voigt: Kampagne hat ein juristisches Nachspiel
DDP

NPD-Chef Voigt: Kampagne hat ein juristisches Nachspiel

Berlin - Anfang kommender Woche werde die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen Parteichef Udo Voigt, Bundessprecher Klaus Beier und Vorstandsmitglied Frank Schwerdt erheben, berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Den Spitzenfunktionären werde vorgeworfen, in einem "WM-Planer" zur Fußballweltmeisterschaft 2006 den dunkelhäutigen Nationalspieler Patrick Owomoyela rassistisch diskriminiert zu haben. Staatsanwaltssprecher Michael Grunwald sagte der Nachrichtenagentur dpa zu dem Fall lediglich, die Ermittlungen seien abgeschlossen. Das Ergebnis werde zunächst den Beteiligten mitgeteilt.

In dem auf Flugblättern und im Internet verbreiteten Planer wurde demnach unter der Überschrift "Weiß! Nicht nur eine Trikotfarbe! Für eine echte National-Mannschaft" ein Trikot mit der Nummer 25 gezeigt. Mit dieser Nummer lief Owomoyela für das deutsche Team auf.

Der bei Werder Bremen spielende Fußballer erwirkte dem Bericht zufolge eine Einstweilige Verfügung gegen das NPD-Papier, die Polizei beschlagnahmte 70.000 Exemplare. Owomoyela und der Deutsche Fußball-Bund stellten außerdem Strafanzeige. Die NPD brachte trotzdem eine zweite Variante des WM-Planers heraus, in der nach Ansicht der Ermittler ebenfalls gegen dunkelhäutige Nationalspieler gehetzt werde.

cjp/AFP/dpa



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