Wochenendhaus Innenministerium dementiert Bericht über Merkels Stasi-Wachmänner

Zwei Beamte, die das Wochenendhaus von Angela Merkel bewachen, sollen nach Angaben des ARD-Magazins "Monitor" für die Stasi gearbeitet haben. Laut Brandenburger Regierung eine Falschmeldung - die Polizisten hätten nichts mit dem Schutz der Kanzlerin zu tun.


Berlin - Das Brandenburger Innenministerium hat einen Bericht des ARD-Magazins "Monitor" zurückgewiesen, wonach zwei frühere, hauptamtliche Stasi-Offiziere heute für die Bewachung des Wochenendhauses von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Uckermark verantwortlich seien. Die beiden leitenden Polizeibeamten des Schutzbereiches Uckermark hätten nichts mit dem Objektschutz der Merkel-Datsche zu tun, erklärte Ministeriumssprecher Geert Piorkowski SPIEGEL ONLINE.

Merkel: Wochenendhaus wird laut Brandenburger Landesregierung nicht von Ex-Stasi-Offizieren bewacht
DPA

Merkel: Wochenendhaus wird laut Brandenburger Landesregierung nicht von Ex-Stasi-Offizieren bewacht

Die Sicherung des Wochenendhauses obliege auch gar nicht dem Schutzbereich, sondern dem übergeordneten Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) und erfolge in enger Abstimmung mit dem Bundeskriminalamt. Einer der beiden Beamten, die laut "Monitor" hauptamtlich für die Stasi gearbeitet hätten, sei zur Wende erst 19 Jahre alt gewesen und habe seinerzeit über das Ministerium für Staatssicherheit lediglich ein Kriminalistik-Studium an der Berliner Humboldt-Universität begonnen.

Auch die "Monitor"-Meldung, wonach 13 Dezernatsleiter des brandenburgischen Landeskriminalamts (LKA) frühere Offiziere des MfS gewesen seien, wies der Ministeriumssprecher als falsch zurück. Von den insgesamt 24 Dezernatsleitern des LKA habe "nicht ein einziger hauptamtlich für das MfS gearbeitet", sagte Piorkowski SPIEGEL ONLINE.

Am Donnerstagabend hatte "Monitor" berichtet, dass rund hundert ehemalige Offiziere der DDR-Staatssicherheit im LKA arbeiteten. Das Innenministerium dagegen bestätigt bloß 58 Fälle. 39 dieser Beamten seien zu DDR-Zeiten lediglich aufgrund ihres Studiums mit der Stasi verbunden gewesen.

Der Historiker der Stasi-Unterlagenbehörde, Roger Engelmann, hatte die Beschäftigung früherer Stasi-Angehöriger bei der Brandenburger Polizei gegenüber "Monitor" als Skandal bezeichnet. "Ich kann das kaum glauben. Ich dachte, die wären längst ausgesiebt." Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, sprach in "Monitor" von einem kompletten Versagen der Regierung. Das LKA ermittle auch in den Bereichen Staatsschutz und organisierte Kriminalität. "Hier brauchen wir Ermittlungskräfte, die überhaupt keine Zweifel an ihrer rechtsstaatlichen Gesinnung lassen."

svr



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