Dauerstreit um Wölfe Umweltministerin Schulze fordert mehr Geld für Schäfer

Im Wolfs-Streit verlangt Umweltministerin Svenja Schulze, die Schäfer finanziell zu unterstützen. Schließlich würde deren wertvolle Arbeit nicht genug gewürdigt - eine Weidetierprämie könne da helfen.
Wolf: Immer wieder gibt es Streit über den Umgang mit den Wildtieren

Wolf: Immer wieder gibt es Streit über den Umgang mit den Wildtieren

Foto: Axel Schmidt / REUTERS

Es schien endlich Frieden einzukehren zwischen Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und ihrer Kabinettskollegin Julia Klöckner (CDU). Am Mittwoch bestätigte das Bundeskabinett ihre Regelung, mit der der Abschuss von Wölfen erleichtert werden soll, die Schafe gerissen haben. Doch schon Stunden später distanzierte sich die Unionsfrau von dem Kompromiss und sorgte damit für einen Eklat in der Bundesregierung. Der Streit zwischen Schulze und Klöckner über den Umgang mit Wölfen geht also in die nächste Runde.

Svenja Schulze: "Das größte Problem für die Schäfer ist die derzeitige Agrarförderung"

Svenja Schulze: "Das größte Problem für die Schäfer ist die derzeitige Agrarförderung"

Foto: Carsten Koall/ dpa

Die Sozialdemokratin fordert nun von Klöckner, die Schäfer wirtschaftlich zu unterstützen, statt den Abschuss der geschützten Raubtiere weiter zu erleichtern.

"Das größte Problem für die Schäfer ist nicht der Wolf, sondern die derzeitige Agrarförderung", sagt die Umweltministerin dem SPIEGEL. "Die Bundeslandwirtschaftsministerin könnte viel für die Schafhalter tun, wenn sie wollte: mit einer Weidetierprämie wie es sie in fast ganz Europa gibt."

Schulze reagiert damit auf einen Eklat, den Klöckner diese Woche provoziert hatte. Zunächst hatten sich beide Ministerinnen auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf geeinigt. Dieser wurde am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligt. Doch kurz darauf legte Landwirtschaftsministerin Klöckner nach: Sie wolle im parlamentarischen Verfahren noch weitere Erleichterungen für den Abschuss von Wölfen durchbringen.

Der Bundesverband der Berufsschäfer fordert schon lange eine Weidetierprämie. "Das wirtschaftliche Überleben hängt für uns nicht an den Zahlungen für vom Wolf gerissene Schafe", erklärt Verbandschef Günter Czerkus dem SPIEGEL. Er weist darauf hin, dass die Schäfer mit ihren Tieren einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, der Gewinnung sauberen Trinkwassers und dem Klimaschutz leisten. Dies würde bislang von Politik und Gesellschaft nicht honoriert. Die Zahl der Schäfer, der Tiere und die von ihnen genutzten Wiesenflächen seien seit dem Jahre 2010 um 15 bis 17 Prozent zurückgegangen.

Im Video: Die Rückkehr der Wölfe - Ein Raubtier mit Imageproblem

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