Reaktionen auf Tod von Wolfgang Clement "Deutschland verliert einen streitbaren, kernigen Demokraten"

Ein Patriot, prägend, ruhelos im Einsatz: Über Parteigrenzen hinweg trauern Politikerinnen und Politiker um den früheren Wirtschaftsminister und NRW-Landesvater Wolfgang Clement.
Wolfgang Clement (Archivbild von 2019)

Wolfgang Clement (Archivbild von 2019)

Foto: Horst Galuschka / imago images/Horst Galuschka

Wolfgang Clement, ehemaliger Bundeswirtschaftsminister und nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Viele Politiker bekunden ihr Beileid.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Clement als entscheidend für die Agenda 2010. "Wolfgang Clement hat viel dazu beigetragen, notwendigen wirtschaftlichen Strukturwandel und die Belange der arbeitenden Menschen miteinander in Einklang zu bringen", ließ Merkel am Sonntag über Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mitteilen .

Clement habe Deutschland "große und bleibende Dienste erwiesen", er sei entscheidend an einer der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben beteiligt gewesen: "den Sozialreformen der Agenda 2010, die uns den Weg aus der hohen Arbeitslosigkeit wies." Ihr Mitgefühl gelte seiner Frau, seinen Töchtern und Enkeln.

"Deutschland zukunftsfähig machen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb nach Angaben des Bundespräsidialamts in einem Kondolenzschreiben an die Witwe, Wolfgang Clement habe sich in allen seinen Ämtern "über alle Parteigrenzen hinweg bleibende Verdienste erworben".

"Mit eigenständigen und zuweilen unbequemen Standpunkten vertrat Wolfgang Clement konsequent das Reformziel, Deutschland zukunftsfähig zu machen", schrieb Steinmeier weiter. "Bis zuletzt war Ihr Mann ein Kämpfer für die soziale Marktwirtschaft. Die Prinzipien von Freiheit und Verantwortung, Eigentum und Wettbewerb, Haftung und sozialem Ausgleich hat er immer wieder eingefordert."

Der Bundespräsident bezeichnete Clement als überzeugten und überzeugenden Demokraten, der "das Zeitgeschehen mitgeprägt" habe. "Sein hohes politisches Engagement und seine offene und verbindliche Art, auf Menschen zuzugehen, werden in Erinnerung bleiben."

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Der Agenda-Mann

Foto: Martin Gerten / DPA

"Dafür gebührt ihm unser Dank"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den verstorbenen Ex-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als "prägende Figur Nordrhein-Westfalens und Deutschlands" gewürdigt. "Wolfgang Clement war ein echter Nordrhein-Westfale, der durch harte Arbeit und Disziplin in der Politik und anschließend auch in der Wirtschaft erfolgreich war", sagte Laschet. "Persönlich verliere ich einen liebenswerten Menschen, der immer für Rat zur Verfügung stand. Noch vor wenigen Wochen konnten wir in Bonn seinen 80. Geburtstag feiern, noch vor wenigen Tagen war er bei der Feier zum Gründungstag des Landes Nordrhein-Westfalen in Köln dabei", teilte Laschet mit. Er werde dem Land und auch ihm persönlich fehlen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb  auf Twitter: "Mit Wolfgang Clement verliert unser Land einen großen Patrioten, dem es nicht um Ideologie, sondern um Arbeitsplätze und Menschen ging. Als Wirtschafts- und Arbeitsminister hat er dazu beigetragen, dass die notwendigen Wirtschaftsreformen endlich gelangen."

Die Parteivorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, twitterte , als Ministerpräsident von NRW, Verfechter der sozialen Marktwirtschaft und streitbarer Sozialdemokrat habe Clement unser Land entscheidend geprägt. "Dafür gebührt ihm unser Dank."

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach schrieb  über Clement: "Er war tolerant, ein sozialliberaler Geist. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber klar ist, dass Wolfgang Clement ein großer Politiker war, ruhelos für Deutschlands Zukunft im Einsatz. Wir werden ihn vermissen."

"Er war nie widerspruchsfrei, erzeugte Reibung und ist gerade in der SPD nie den einfachen Weg gegangen", twitterte  Carsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Deutschland verliere einen "streitbaren, kernigen Demokraten". "Mein Beileid seiner Familie und Freunden."

Der ehemalige SPD-Politiker hatte zuletzt die FDP unterstützt. FDP-Chef Christian Linder twitterte : "Die FDP trauert um Wolfgang Clement. Als Sozialliberaler setzte er sich Zeit seines Lebens für sozialen Aufstieg, Arbeit und Wachstum ein. Ich habe ihn auch ganz persönlich als Ehrenmann und Ratgeber schätzen gelernt. Wir denken an seine Frau Karin und seine Familie."

wbr/dpa
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