Abgasskandal Schäuble attackiert VW-Manager wegen Boni

Wolfgang Schäuble kritisiert die VW-Manager, weil sie trotz der Abgasaffäre nicht auf ihre Bonuszahlungen verzichten wollen. "Ich habe dafür kein Verständnis", attackiert der Finanzminister die Vorstände des Autokonzerns.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat das Festhalten der VW-Vorstände an ihren Bonuszahlungen in der Abgasaffäre kritisiert. "Ich habe kein Verständnis dafür, wenn man ein großes Dax-Unternehmen erst in eine existenzbedrohende Krise führt und dann in einer öffentlichen Debatte die eigenen Boni verteidigt", sagte Schäuble im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Das zeigt, dass etwas nicht funktioniert."

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Heft 18/2016
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Im Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns hatte es zuletzt einen heftigen Streit über die Bonuszahlungen gegeben. Trotz starker Kritik vonseiten der Politik und der Arbeitnehmervertreter beharrten die Manager auf den Zahlungen.

Der Aufsichtsrat billigte vor gut einer Woche schließlich einen Kompromiss, aber keine definitive Kürzung: So sollen 30 Prozent der Vorstandsboni nicht sofort bar ausgezahlt, sondern in VW-Aktien umgewandelt werden. Sie können später unter bestimmten Bedingungen verkauft werden.

VW garantiert Vorständen Luxusrenten

Auch bei den Renten sind VW-Vorstände nicht zum Verzicht gezwungen: Der Konzern garantiert seinen Vorständen so hohe Pensionen wie kein anderes der 30 Dax-Unternehmen. Insgesamt beträgt der Barwert der Zusagen nach SPIEGEL-Informationen allein für die sechs Spitzenreiter unter den Wolfsburger Managern 131 Millionen Euro. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Unter den zehn Managern mit den höchsten Pensionszusagen der großen deutschen Aktiengesellschaften sind gleich sechs Vertreter des VW-Konzerns. Der Autohersteller garantiert seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn 28,6 Millionen Euro und dessen Nachfolger Matthias Müller 22,6 Millionen.

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asa/dpa



insgesamt 132 Beiträge
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Seite 1
bjbehr 30.04.2016
1. Erbrecherische Eloquenz
Gier frisst Hirn auf. Ob Geldgier - siehe Winterkorn - oder Machtgier - siehe Pofalla. Diese Individuen gleichen sich wie ein faules Ei dem anderen. Man möchte sie nicht haben in dieser Gesellschaft, auch wenn sie vor laufenden Kameras die Eloquenz in nicht vorhandener Persönlichkeit geben. Innendrin: egozentrisch bis zum Erbrechen.
Chefredakteur 30.04.2016
2. Wie sehr habe ich ihn als Kanzler gewünscht!
Wolfgang Schäuble ist der Politiker, der immer in alle Angelegenheiten das Richtigen gesagt hat! Er hat in Griechenlandkrise, in Flüchtlingsdrama und Innenpolitik immer genau das gesagt was die Regierung eigentlich handeln müsste und leider hat Frau Merkel alles ignoriert! Mit Wolfgang Schäuble als Kanzler wären wir jetzt nicht nur die Eurokrise gemeistert haben sondern auch die Position Deutschland Weltweit gestärkt! Nun sitzen wir auf die Ruinen was Frau Merkel hinterlassen hat und hoffen, dass es nicht schlimmer kommt!
guillermo_emmark 30.04.2016
3. Das ist echt die Härte
Der VW-Konzern wurde vom Management an die Wand gefahren, nicht von den Arbeitern. Aber die müssen nun auf alle möglichen Zusatzleistungen verzichten, während für gerade mal sechs Top-Manager 135 Mio Euro zurückgestellt werden. Es ist unglaublich, unfassbar und ganz und gar ungeheuerlich, folgt aber nur der Logik des Kapitalismus - nach uns die Sintflut! Man sollte sie teern, federn und aus Wolfsburg treiben!
ferdi111 30.04.2016
4. Nicht aufregen...
Auch diese Herren können das Geld nicht fre.....! Aber nicht nur diese Bezüge sind eines Tages Schuld daran, dass hier alles den Bach runter geht. Aber was solls: Alle sind doch eigentlich so geldgeil...neidisch, weil sie keins haben, aber dann die Moral raushängen! Kennt man...ist langweilig..gähn! Und ausserdem: Viele viele würden diese Herren dann doch wählen, weil es ja sonst keine andere Fachmänner gibt. Da machen es die bei der Bahn einfacher - die setzen gleich Luschen an das Steuerrad!
ostap 01.05.2016
5. Recht hat er
Recht hat er, aber was solls? Das machen doch alle so. Die Bankmanager haben erst die Banken in den Ruin geführt und an die Steuerzahler zur Rettung übergeben, wurden sogar teilweise deshalb sogar von ihrer Funktion entfernt, haben dann aber um ihre Boni geklagt (Funke!) und gewonnen. Und was ist mit den Energiekonzernen? Grossmann hat ein Jahrzehnt lang keinen Finger krumm gemacht und dafür pro Jahr 10 Mio€ Boni kassiert, um am Ende RWE völlig Pleite an seine Nachfolger zu übergeben. Das hat System und Herr Schäuble ist dafür mitverantwortlich.
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