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22. Februar 2016, 06:39 Uhr

Ex-Bundestagspräsident Thierse

"Hass und Gewalt sind im Osten stärker sichtbar"

Im sächsischen Clausnitz bepöbelt ein Mob Flüchtlinge, in Bautzen brennt eine geplante Asylunterkunft. Nun hat Wolfgang Thierse erklärt, warum ausgerechnet im Osten Hass und Gewalt gedeihen.

Nach den jüngsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Sachsen hat der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die Menschen im Osten als "empfänglicher für menschenfeindliche Botschaften" bezeichnet. "Hass und Gewalt sind im Osten stärker sichtbar und hörbar", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dies erkläre er sich mit den "radikalen Umbrüchen der vergangenen Jahre".

"Wer in den vergangenen 25 Jahren so viele Veränderungen überstehen musste, ist offensichtlich weniger gefestigt in seinen demokratischen und moralischen Überzeugungen", sagte Thierse. Er war von 1998 bis 2005 Bundestagspräsident und von 2005 bis 2013 Vizepräsident.

Er bezog sich mit seinen Äußerungen auf zwei Vorfälle der vergangenen Tage.

Neben Thierse haben sich auch zahlreiche weitere Politiker zu den jüngsten Vorfällen in Sachsen geäußert. Hier lesen Sie die Reaktionen in Zitaten:

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aar/AFP

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