Worms Empörung über Anschlag auf Synagoge

Brandanschlag auf die Synagoge in Worms: Das jüdische Gotteshaus wurde an mehreren Stellen angezündet. Politiker reagierten mit Empörung auf die Tat.
Die Wormser Synagoge wurde an mehreren Stellen angezündet.

Die Wormser Synagoge wurde an mehreren Stellen angezündet.

Foto: ddp

Worms - Es gibt zwar ein Bekennerschreiben, aber eine Fahndung nach den Tätern verlief bislang ohne Ergebnis: Auf die Synagoge in Worms ist in der Nacht zum Montag ein Brandanschlag verübt worden. Ersten Ermittlungen zufolge wurde das jüdische Gotteshaus an mehreren Stellen mit einer brennenden Flüssigkeit angezündet.

Die Feuerwehr habe die Brände schnell löschen können, so dass abgesehen von rußgeschwärzten Wänden am Gebäude kein größerer Schaden entstanden sei, teilte die Polizei mit. Menschen wurden nicht verletzt. Die Polizei fand inzwischen ein Bekennerschreiben. Es sei noch offen, ob das Schriftstück authentisch sei, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth in Worms. Auf dem Papier stehe: "Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe."

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) verurteilte die Tat "aufs Schärfste". Man werde einen solchen Angriff auf eine Synagoge "nicht hinnehmen", sagte Beck laut einer Mitteilung. "Der oder die Täter müssen wissen, dass eine solche Tat gegen ein jüdisches Gotteshaus eine Grenzüberschreitung ist, die wir mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgen werden."

Der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete der Grünen und Sprecher für den interreligiösen Dialog, Josef Winkler, sagte, nun müsse schnell ermittelt werden, ob die Tat einen politischen Hintergrund habe. Angesichts der Umstände sei dies zu vermuten.

Der Anschlag werfe zudem ein Schlaglicht auf das Erstarken rechtsextremistischer Gruppen in der Pfalz und in Worms selbst. Die Landesregierung forderte Winkler auf, ihr Sicherheitskonzept für potentielle Anschlagsziele zeitnah zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

als/dpa/APN
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