Bürgermeistersuche in Berlin Thierse will Nicht-Berliner als Wowereit-Nachfolger

Um die Nachfolge von Wowereit zeichnet sich ein Zweikampf zwischen SPD-Landeschef Stöß und dem Fraktionsvorsitzenden Saleh ab. Doch der ehemalige Bundestagspräsident Thierse will den Kreis der Bewerber öffnen.

Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse: "Ich rate meiner Landespartei, nicht hektisch zu werden"
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Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse: "Ich rate meiner Landespartei, nicht hektisch zu werden"


Berlin - Nach der Rücktrittsankündigung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist der Kampf um seine Nachfolge voll entbrannt. Sowohl Fraktionschef Raed Saleh wie auch der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß wollen Wowereit beerben.

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse warnt seine Partei: Der neue Bürgermeister dürfe "nicht in den Hinterzimmern einiger Politiker ausgehandelt werden", sagte er dem "Tagesspiegel". Die Suche dürfe nicht auf den Berliner Landesverband beschränkt werden. "Ich rate meiner Landespartei, nicht hektisch zu werden."

Die Berliner SPD solle "die Zeit bis Dezember nutzen, um auch ausdrücklich den Blick über den landespolitischen Tellerrand hinaus zu heben", forderte Thierse. Dort gebe es "eine Menge guter Politiker", fügte der Berliner Sozialdemokrat hinzu. Konkrete Namen wollte er nicht nennen. Ausdrücklich warnte Thierse vor einem erneuten "Zweikampf" zwischen Saleh und Stöß. "Das hat der SPD nicht gutgetan."

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Klaus Wowereit: Abgang nach über 13 Jahren
Das letzte Wort über die Nachfolge werden die Berliner Sozialdemokraten haben: Der Landesvorstand beschloss ein verbindliches Mitgliedervotum.

An diesem Mittwoch trifft sich die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus zu einer außerordentlichen Sitzung. Auch der SPD-Landesvorstand ist geladen. Wowereit wird ebenfalls erwartet.

Der 60-Jährige hatte am Dienstag seinen Rücktritt zum 11. Dezember angekündigt. Er ist mit mehr als 13 Jahren Amtszeit der dienstälteste Regierungschef eines Bundeslandes. Die parteiinterne Diskussion um seine Person habe zuletzt der Regierungsarbeit geschadet, begründete Wowereit seinen Schritt.

Er führt seit November 2011 eine Koalition mit der CDU. Erstmals war er im Juni 2001 zum Regierenden Bürgermeister der Hauptstadt gewählt worden. Zwei Wahlperioden regierte er mit der Linken. Er sei stolz, seinen Beitrag zur positiven Entwicklung der Hauptstadt geleistet zu haben, sagte er in der Rücktrittsankündigung.

Wowereit bezeichnete die Nachfolge als völlig offen. Deutlich sprach er sich nur gegen eine Besetzung von außen aus. "Importe" seien zuletzt nicht so erfolgreich gewesen. Zudem habe die SPD bundesweit nicht so viel Personal, das für diesen Posten infrage komme.

Einem Bericht des "Tagesspiegel" zufolge soll SPD-Chef Sigmar Gabriel versucht haben, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz für die Nachfolge zu gewinnen. Dieser habe aber abgelehnt.

heb/dpa

insgesamt 118 Beiträge
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coniferia 27.08.2014
1. Wirklich?
Am Besten einen Schwaben, die mag der Thierse ja so....
mercutiool 27.08.2014
2. Dass ich Thierse mal Recht gebe ...
"Die Berliner SPD solle 'die Zeit bis Dezember nutzen, um auch ausdrücklich den Blick über den landespolitischen Tellerrand hinaus zu heben', forderte Thierse. Dort gebe es 'eine Menge guter Politiker'". Da hat er verdammt Recht. Bloß ... von denen ist kein einziger in der SPD. ;) Ich gönne es der Berliner SPD, dass ihr wohl lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera bleiben wird. Dass Martin Schulz lieber in Brüssel bleibt und dort in Hinterzimmern seine Millionen kassiert: So viel Bauernschläue sollte man dem Herrn Buchhändler schon zugestehen. Wie man die Fleischtöpfe zu eigenen Gunsten (be- oder aus-)nutzen kann, das hat er in vielen Jahren Brüssel gelernt.
ironcock_mcsteele 27.08.2014
3. Nachfolger
Ich fände Mehdorn ja ganz gut für den Job. Der ist so ein richtiger "Macher".
demophon 27.08.2014
4. Politischer Selbstmord
Der zukünftige regierende Bürgermeister müsste auch wieder den Vorsitz im Aufsichtsrat des BER übernehmen. Niemand wird so dämlich sein, sich das anzutun. Damit wäre seine Karriere schon im voraus als gescheitert besiegelt, denn mit diesem Desaster kann man nicht punkten. Außerdem mögen die Berliner keine auswärtigen Kandidaten, weil sie i.d.R. so wenig Ahnung von der Stadt haben, wie die unzähligen auswärtigen Foristen in den vorausgegangenen Foren hier vorgeführt haben.
dr.könig 27.08.2014
5. Eine gibt es....
Zitat von mercutiool"Die Berliner SPD solle 'die Zeit bis Dezember nutzen, um auch ausdrücklich den Blick über den landespolitischen Tellerrand hinaus zu heben', forderte Thierse. Dort gebe es 'eine Menge guter Politiker'". Da hat er verdammt Recht. Bloß ... von denen ist kein einziger in der SPD. ;) Ich gönne es der Berliner SPD, dass ihr wohl lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera bleiben wird. Dass Martin Schulz lieber in Brüssel bleibt und dort in Hinterzimmern seine Millionen kassiert: So viel Bauernschläue sollte man dem Herrn Buchhändler schon zugestehen. Wie man die Fleischtöpfe zu eigenen Gunsten (be- oder aus-)nutzen kann, das hat er in vielen Jahren Brüssel gelernt.
es ist eine Frau, nicht aus Berlin, seit über 20 Jahren in der SPD, studierte Person mit Dr. ( summa cum laude ) Titel, Journalistin und EX OB von Kiel. Ihr Name : " Susanne Gaschke ". Und jung ist Sie auch noch, vielleicht Mitte 40. Das wäre eine für den Mitgliederentscheid !
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