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19. Juli 2016, 10:26 Uhr

Zug-Attacke bei Würzburg

Künast stellt Todesschuss der Polizei in Frage - und erntet Shitstorm

Renate Künast fragt per Twitter, warum der Zug-Attentäter von Würzburg von der Polizei getötet wurde. Sie zieht damit heftige Kritik auf sich: Die Grünen-Politikerin mache den Täter zum Opfer.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast hinterfragt nach dem Angriff in Würzburg die Reaktion der Polizei. Ein Teenager attackierte am Montagabend mit einer Axt Menschen in einem Zug , flüchtete dann und ging später auch auf die Einsatzkräfte los. Die Polizisten erschossen ihn.

Per Twitter fragte Künast noch in der Nacht, warum der Angreifer "nicht angriffsunfähig geschossen werden" konnte. Dafür wurde sie in dem Kurznachrichtendienst heftig kritisiert. Nutzer werfen ihr vor, nicht auf die Bluttat und die Verletzten einzugehen und Mitgefühl zu zeigen - sondern die Polizei zu hinterfragen. Sie mache den Täter zum Opfer, so der Tenor. Erst einmal solle der Ermittlungsbericht abgewartet werden, bevor ein Urteil gefällt werde.

Auch die Polizei reagierte auf Künasts Nachricht. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd schrieb in einem eigenen Twitter-Post, ein solcher Vorwurf sei "zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerecht". Künast antwortete prompt.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft warf Künast "Klugscheißerei" vor. "Wenn Polizisten in der Form angegriffen werden, werden sie sich nicht auf Kung Fu einlassen. Das endet dann bedauerlicherweise manchmal mit dem Tod des Täters, ist aber nicht zu ändern", sagte Rainer Wendt der "Saarbrücker Zeitung". Das Vorgehen der Polizisten werde nun von der Staatsanwaltschaft untersucht und dann werde ein Urteil gefällt. "Da brauchen wir die parlamentarischen Klugscheißer überhaupt nicht."

Das bayerische Landeskriminalamt nahm am Dienstag interne Ermittlungen auf. Dies sei ein üblicher Vorgang beim Schusswaffengebrauch von Beamten, so ein Sprecher. Die Ermittlung sollen klären, wie der Einsatz ablief und ob die Abgabe der tödlichen Schüsse gerechtfertigt war.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte erklärt, die Polizei habe den 17-Jährigen Täter erschossen, als dieser auf der Flucht auch Polizisten angriff. Man wisse nicht, welche Pläne der Täter noch verfolgt habe. Es sei nicht ausgeschlossen, dass er noch weitere Menschen attackiert hätte. Deshalb sei es "gut und richtig", dass die Polizei mit ihrem Vorgehen "weitere schreckliche Taten" ausgeschlossen habe.

anr

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