Wulff-Affäre Freie Wähler würden bei Neuwahl für Gauck stimmen

Noch hält sich Christian Wulff als Bundespräsident. Doch bei einer Neuwahl käme die Koalition in Schwierigkeiten, in der Bundesversammlung ihren Wunschkandidaten durchzubringen. Denn die Freien Wähler bevorzugen Joachim Gauck - sofern der wieder für die SPD antritt.
Joachim Gauck: Die freien Wähler setzen auf ihn

Joachim Gauck: Die freien Wähler setzen auf ihn

Foto: THOMAS PETER/ REUTERS

Berlin - Union und FDP können bei einer möglichen Neuwahl des Bundespräsidenten nicht auf die Stimmen der Freien Wähler setzen. "Die Freien Wähler haben bei der letzten Wahl für Joachim Gauck gestimmt. Sollte es zu einer erneuten Wahl des Bundespräsidenten kommen, könnte ich mir gut vorstellen, erneut für Gauck zu stimmen", sagte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger SPIEGEL ONLINE. "Die Regierungskoalition sollte unsere Stimmen also nicht automatisch einrechnen."

Damit schrumpfen die Hoffnungen für Union und FDP, im bürgerlichen Lager eine Mehrheit für einen eigenen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zustande zu bekommen, sollte Christian Wulff wegen der Kreditaffäre nicht zu halten sein. CDU/CSU und FDP haben derzeit in der Bundesversammlung eine Mehrheit von höchstens vier Stimmen. Angesichts des maroden Zustands der FDP will sich darauf in der Union keiner verlassen. Auch die Wahl Wulffs klappte im Mai 2010 erst beim dritten Anlauf - obwohl Schwarz-Gelb damals noch 21 Stimmen mehr als die erforderliche absolute Mehrheit hatte.

Die zehn Wahlmänner der Freien Wähler waren bei der Wahl Horst Köhlers im Jahr 2009 das Zünglein an der Wage, das Union und FDP zur absoluten Mehrheit verhalf. Als Wulff zur Wahl stand, stimmten sie jedoch für seinen Gegner Gauck.

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