Einsatz in Wuppertal Spezialkräfte nehmen mutmaßlichen Islamisten fest

Er wollte offenbar ins syrisch-irakische Kriegsgebiet ausreisen, doch die Polizei hielt ihn auf: Ein 21-jähriger mutmaßlicher Islamist ist in Wuppertal festgenommen worden.


Wuppertal gilt als Hochburg radikaler Islamisten, dort patrouillierte im vergangenen Jahr die selbst ernannte "Scharia-Polizei". Nun ist der dortigen Polizei ein kleiner Schlag gegen sie gelungen: Spezialkräfte haben in nordrhein-westfälischen Stadt einen mutmaßlichen Islamisten vorläufig festgenommen. Eine "offenbar unmittelbar bevorstehende Ausreise" in das syrisch-irakische Kriegsgebiet sei dadurch verhindert worden, teilte die Polizei mit.

Der 21-Jährige sei in Aachen gemeldet und sei am Dienstagabend festgenommen worden. Er bewege sich in der extremistisch-islamistischen Szene - deshalb habe die Stadt ein Ausreiseverbot verfügt. Zudem sollte der Reisepass eingezogen werden.

Der mutmaßliche Islamist werde als gewaltbereit eingeschätzt, hieß es im Bericht der Pressestelle der Polizei Aachen. Er sei zuvor als Träger von Waffen auffällig geworden. Das zeigte sich auch bei der Festnahme: Als die Beamten den Mann ansprachen, sei er zunächst geflüchtet und habe sich massiv gewehrt. Die Ermittler stellten ein Messer sicher.

Der Festgenommene hat die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit. Seine Begleitperson, die ebenfalls polizeilich bekannt sei, wurde auch vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.

Immer mehr Anhänger der Dschihadisten reisen zur Unterstützung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nach Syrien und in den Irak. Ende Juni warnte der Verfassungsschutz in seinem Bericht 2014 vor einer neuen Dimension terroristischer Bedrohung. Unterstützt werde die Rekrutierung in Deutschland durch eine salafistische Szene, die mittlerweile 7500 Mitglieder zähle, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

vek/dpa



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