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Streit um Sprache CSU will Migranten motivieren statt zwingen

Die harsche Kritik zeigt Wirkung: Die CSU rückt von der Deutschpflicht für Migranten ab. Der umstrittene Leitantrag zum Parteitag ist geändert worden.

München - Die CSU will Migranten "motivieren", zu Hause Deutsch zu sprechen. Nach der heftigen Kritik am Leitantrag hat der CSU-Vorstand die umstrittene Passage geändert und damit abgemildert. In der vorherigen Variante hieß es, sie sollten "angehalten" werden, auch zu Hause deutsch zu sprechen.

Der ursprüngliche Antragstext hatte für scharfe Kritik in der Politik und viel Spott im Internet gesorgt. Der CSU wurde vorgehalten, als "Sprachpolizei" die Menschen zu Hause beim Sprechen überwachen zu wollen. Auch Partei-Vize Peter Gauweiler hatte sich gegen den Entwurf ausgesprochen.

In dem nun geänderten Text heißt es wörtlich unter der Überschrift "Integration durch Sprache", "wer dauerhaft hier leben will, soll motiviert werden, im täglichen Leben deutsch zu sprechen". In der umstrittenen vorherigen Variante hieß es, "wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen".

SPD-Chef Sigmar Gabriel will von ähnlichen Ideen in seiner Partei nichts wissen: "Ich bin sicher, dass wir dieses Maß an politischer Verwirrtheit in der SPD nie erreichen werden", sagte Gabriel in Berlin.

isa/AFP/dpa
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