Zeremonie für Afghanistanveteranen Verteidigungsministerium enttäuscht über Zapfenstreich-Kritik

Mit einem Fackelmarsch vor dem Reichstag hat das Verteidigungsministerium 90.000 Soldaten für ihren Einsatz in Afghanistan gedankt – was NS-Vergleiche nach sich zog. Nun hat das Ministerium auf die Kritik reagiert.
Soldaten mit Fackeln beim Großen Zapfenstreich in Berlin

Soldaten mit Fackeln beim Großen Zapfenstreich in Berlin

Foto: Christophe Gateau / dpa

Das Bundesverteidigungsministerium hat sich auf Twitter gegen Kritik am Großen Zapfenstreich mit Fackeln vor dem Reichstagsgebäude gewehrt. »Debatte ist notwendig und wichtig. Vergleiche mit dem dunkelsten Kapitel Deutschlands enttäuschen uns«, schrieb das Ministerium auf Twitter.

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Die Bundeswehr sei eine Parlamentsarmee. »Als diese hat sie ihren Platz inmitten der Gesellschaft – bei besonderen Anlässen auch vor dem Reichstagsgebäude.« Zu dem Kommentar postete das Ministerium ein Erklärvideo zum Zapfenstreich.

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Bundestag und Bundesregierung hatten den etwa 90.000 in Afghanistan eingesetzten Männern und Frauen der Bundeswehr am Mittwoch für ihren schwierigen Einsatz gedankt.

Auf einen Abschlussappell vor dem Verteidigungsministerium folgte vor dem Reichstagsgebäude ein Großer Zapfenstreich, das höchste militärische Zeremoniell der deutschen Streitkräfte. Anwesend waren am Mittwoch Vertreter der fünf Verfassungsorgane, darunter Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Bei dem Gedenkakt vor dem Verteidigungsministerium wurde auch der 59 Soldaten gedacht, die in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan ihr Leben ließen, davon 35 bei Gefechten oder Anschlägen.

Grünenpolitiker Ströbele kritisiert Zeremoniell

»Sie haben den höchsten Preis gezahlt, den ein Soldat im Auftrag seines Landes zahlen kann. Wir stehen tief in ihrer Schuld«, sagte dort Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der wie auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu den angetretenen Soldaten und Gästen sprach.

Die Bilder von Soldaten mit Fackeln vor dem Reichstagsgebäude haben im Netz teilweise Befremdung und Kritik ausgelöst. Eine Reihe von Twitter-Nutzern fühlte sich durch die Szenen an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Andere Nutzer widersprachen, mehrere Verteidigungspolitiker reagierten irritiert auf die Kritik. Das Schlagwort #Zapfenstreich lag am Donnerstag zeitweise auf Platz zwei der Twitter-Trends in Deutschland.

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Unter den Kritikern war auch Grünenpolitiker Christian Ströbele. Er nannte den Großen Zapfenstreich ein »militaristisches Ritual aus Preußen und NS-Zeit«. Andere Grünenpolitiker verteidigten das Zeremoniell vor dem Reichstag.

anr/dpa
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