Volkszählung 2011 Hunderte Gemeinden legen Widerspruch gegen Ergebnisse ein

Zensus 2011: In Deutschland leben weniger Menschen als vermutet
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Zensus 2011: In Deutschland leben weniger Menschen als vermutet


Die Ergebnisse des Zensus 2011 könnten nun auch juristische Konsequenzen haben: 833 Gemeinden wehren sich gegen die Ergebnisse der Volkszählung 2011, sie haben Einspruch eingelegt. 57 Kommunen haben bereits Klage gegen den Zensus eingereicht.

Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor.

Im vergangenen Jahr sorgten die Ergebnisse der jüngsten Einwohnererhebung bundesweit für Schlagzeilen: Laut dem Zensus leben in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen weniger als bisher angenommen.

In fast zwei Dritteln der gut 11.000 deutschen Gemeinden hatte der Zensus niedrigere Einwohnerzahlen ergeben als zuvor. Viele Gemeinden befürchten daher schmerzhafte Einbußen im kommunalen Finanzausgleich, da die finanziellen Zuwendungen der Länder von der Bevölkerungsgröße abhängen.

Die Gemeinden kritisieren die Methodik des Zensus. Bei der ersten Volkszählung seit 1987 gab es keine Vollerhebung, sondern nur eine Stichprobe unter zehn Prozent der Bevölkerung in den größeren Städten. Dabei könnte das Recht der Kommunen auf kommunale Selbstverwaltung verletzt worden sein: wegen methodischer Mängel, unzureichender Verlässlichkeit der Ergebnisse und weil die Zensuszahlen für die Gemeinden nicht nachvollziehbar sind.

cth/dpa

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