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Statistisches Bundesamt: Zahlen über Deutschland

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Zensus 2011 Deutschland hat weniger Einwohner als angenommen

Es war die erste Volkszählung im wiedervereinigten Deutschland - nun liegen die Ergebnisse des Zensus 2011 vor. 80,2 Millionen Menschen leben demnach in der Bundesrepublik, das sind anderthalb Millionen weniger als vorher angenommen.

Hamburg - 80,2 Millionen Menschen leben in der Bundesrepublik. Das sind 1,5 Millionen weniger als bislang gedacht. Bislang waren die Statistiker von einer Einwohnerzahl von 81,7 Millionen ausgegangen. Das geht aus dem Zensus 2011 hervor, der ersten Volkszählung im wiedervereinigten Deutschland. Der Stichtag war der 9. Mai 2011. Damals sollen genau 80.219.695 Menschen in der Bundesrepublik gelebt haben. Jeder Fünfte ist 65 oder älter.

In Deutschland leben auch deutlich weniger Ausländer als bislang angenommen. 6,2 Millionen ausländische Staatsbürger wurden gezählt - 1,1 Millionen weniger als gedacht.

  • Insgesamt lebten in Deutschland etwa 15 Millionen Personen mit Migrationshintergrund; das waren rund 19 Prozent der Bevölkerung. Den höchsten Anteil hatte im Ländervergleich mit 27,5 Prozent Hamburg. Im Osten Deutschlands lag dieser Anteil in allen Bundesländern unter 5 Prozent, in Berlin haben 23,9 Prozent einen Migrationshintergrund.

Mehr Wohnungen als angenommen

Größer als bisher angenommen ist dafür die Zahl der Wohnungen in Deutschland.

  • Die Statistiker zählten 500.000 Wohnungen mehr als erwartet - insgesamt 41,3 Millionen Wohneinheiten. 4,4 Prozent der Wohnungen stehen leer. In Sachsen und Sachsen-Anhalt ist jede zehnte Wohnung unbewohnt, in Hamburg nur etwa 1,5 Prozent.
  • Die deutsche Durchschnittswohnung ist 90,7 Quadratmeter groß. Knapp 55 Prozent der Deutschen lebten zur Miete.

  • 2011 gab es in Deutschland 18,2 Millionen Ehen und 34.000 eingetragene Lebensgemeinschaften. 40 Prozent der eingetragenen Lebensgemeinschaften waren zwischen zwei Frauen geschlossen, 60 Prozent zwischen zwei Männern. 5700 Kinder lebten in Familien, bei denen die Eltern das gleiche Geschlecht hatten. 86 Prozent von ihnen lebten in Lebenspartnerschaften von Frauen.

Jeder dritte Ostdeutsche ist konfessionslos

Auch nach der Religion fragten die Statistiker:

  • 66,8 Prozent der Deutschen sind demnach Christen, 10,5 Prozent Atheisten. Im Osten Deutschlands liegt der Anteil der Konfessionslosen mit rund 33 Prozent weit über dem entsprechenden Anteil im Westen (6 Prozent). Nur 1,9 Prozent gaben an, muslimischen Glaubens zu sein. Die Statistiker gehen jedoch davon aus, dass viele Muslime von dem Recht Gebrauch machten, ihre Konfessionszugehörigkeit zu verschweigen.

Der Zensus 2011 war die erste Volkszählung in Deutschland seit 24 Jahren. Die Einwohner wurden zuletzt 1987 in der damaligen Bundesrepublik und 1981 in der DDR gezählt. Auf der Grundlage der damaligen Ergebnisse wurden die Daten bislang fortgeschrieben und im Laufe der Zeit immer ungenauer.

syd/dpa
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