Zentralrat der Juden Charlotte Knobloch soll Nachfolgerin Paul Spiegels werden

Spekulationen um die Nachfolge: Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde München, Charlotte Knobloch, wird einem Zeitungsbericht zufolge voraussichtlich die nächste Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.


Frankfurt/Main - Charlotte Knobloch soll der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge Nachfolgerin des verstorbenen jüdischen Zentralratspräsidenten Paul Spiegel werden. Wie das Blatt in seiner Dienstagsausgabe berichtet, tendiert der bisherige Favorit, Vizepräsident Salomon Korn, zu einem Verzicht auf eine Kandidatur. Offiziell habe sich Korn jedoch noch nicht entschieden.

Charlotte Knobloch: Entscheidung Anfang Juni?
AP

Charlotte Knobloch: Entscheidung Anfang Juni?

Nach Informationen der Zeitung wollen die sieben Mitglieder des Zentralrats-Präsidiums schon Anfang Juni die Wahl abhalten. Die 73-jährige Knobloch und Korn sind bisher beide stellvertretende Vorsitzende gewesen.

1999, nach dem Tod des früheren Präsidenten des Zentralrats, Ignaz Bubis, war Knobloch bereits zur Wahl um das Amt angetreten. Damals unterlag sie jedoch in der Abstimmung Paul Spiegel.

Der Zentralrat wies den Bericht  inzwischen als "reine Spekulation" zurück. Alle Behauptungen des Blattes seien "absoluter Unsinn", sagte Zentralrats-Geschäftsführer Stephan Kramer in Berlin. Es gebe "zur Zeit keinerlei Diskussionen über diese Frage", betonte er. Man wolle die 30-tägige Trauerzeit für Spiegel einhalten.

Spiegel war am 30. April nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren gestorben.

ler/AFP/dpa



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