Wechsel an der Spitze Graumann zieht sich aus Zentralrat der Juden zurück

Abschied von einer "Herzenssache": An der Spitze des Zentralrats der Juden wird es einen Wechsel geben, Präsident Dieter Graumann will sich nicht mehr zur Wahl stellen. Er wolle wieder Zeit für Familie und Privatleben haben.
Dieter Graumann: Will mehr Zeit für Familie und Privatleben

Dieter Graumann: Will mehr Zeit für Familie und Privatleben

Foto: Boris Roessler/ dpa

Berlin - Der bisherige Präsident des Zentralrats der Juden steht in Zukunft für das Amt nicht mehr zur Verfügung: Dieter Graumann hat am Freitag angekündigt, bei der Präsidiumswahl am 30. November nicht erneut kandidieren zu wollen. Als Grund nannte er die große Belastung durch das Ehrenamt.

"Diese Entscheidung ist mir wirklich sehr schwer gefallen", erklärte Graumann. Seine Aufgabe sei ihm eine "absolute Herzenssache" gewesen. Allerdings habe sie ihm viel Kraft und Zeit abverlangt. "Nach vier Jahren freue ich mich daher, wieder mehr Zeit für meine Familie und mein Privatleben zu haben."

Als möglicher Nachfolger brachte sich der Vizepräsident in Stellung: Zwar bedaure Josef Schuster Graumanns Entscheidung, er erklärte aber, er werde sich nach Gesprächen mit Präsidiumskollegen als Nachfolger zur Wahl stellen. Graumanns Stellvertreter Schuster sagte: "Wir alle hätten uns von Herzen gewünscht, dass er weiterhin als Präsident des Zentralrats seine erfolgreiche Arbeit fortsetzt." Er habe "Außerordentliches" geleistet.

Graumann selbst begrüßte Schusters Kandidatur. So würde Kontinuität gesichert. Er gehe davon aus, dass Schuster "breite Unterstützung" finde. Graumann stand seit November 2010 an der Spitze der Dachorganisation der jüdischen Gemeinden in Deutschland mit ihren rund 101.000 Mitgliedern.

vek/AFP/dpa