Zentralrat der Juden Paul Spiegel tritt Bubis-Nachfolge an

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat einen neuen Präsidenten. Der 62-jährige Düsseldorfer Unternehmer Paul Spiegel hat sich am Sonntag in einer Kampfabstimmung des Präsidiums gegen Bewerberin Charlotte Knobloch durchgesetzt.

Spiegel tritt damit die Nachfolge des im August gestorbenen Ignatz Bubis an. Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein ist am Sonntag vom neunköpfigen Präsidiums gewählt worden. Er bekam sechs, seine Mitbewerberin, die 67-jährige Charlotte Knobloch von der Israelitischen Kultusgemeinde in München, drei Stimmen.

Beide waren bisher Vizepräsidenten des Zentralrats. Erstmals in der Geschichte des 1950 gegründeten Gremiums hatten damit zwei Kandidaten zur Wahl gestanden. Zu neuen Vizepräsidenten wurden Knobloch und Michel Friedman aus Frankfurt/Main gewählt.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Spiegel vor Journalisten sehr bewegt, dass er seine Wahl im Bubis-Saal des Zentralratsgebäudes unter dem Bild seines langjährigen Freundes und Vorbildes Ignatz Bubis mitteilen konnte. Die Weichen für die Bubis-Nachfolge waren durch Präsidiumswahlen am 28. November und 12. Dezember gestellt worden.

Der Zentralrat als höchste politische und religiöse Repräsentanz der jüdischen Gemeinschaft spricht für die etwa 80 000 in Deutschland lebenden Juden. Unter seinem Dach sind die jüdischen Landesverbände und Gemeinden vereinigt.

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