Bundestagsvizepräsident Zentralrat der Muslime rät zur Wahl von AfD-Politiker Glaser

AfD-Politiker Glaser fiel bei der Wahl zum Bundestagsvizepräsidenten wegen seiner umstrittenen Islam-Äußerungen durch. Nun sagt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime: Glaser solle den Posten ruhig bekommen.
Albrecht Glaser

Albrecht Glaser

Foto: Carsten Koall/ Getty Images

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat sich mit einer bemerkenswerten Position in die Diskussion über AfD-Politiker Albrecht Glaser eingeschaltet. Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek rät dazu, den umstrittenen Kandidaten zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen. "Ich habe zwar vollsten Respekt für die Abgeordneten, die bei der Abstimmung über den AfD-Kandidaten mit Nein gestimmt haben, und ich verstehe auch ihre Beweggründe", sagte Mazyek. Man dürfe der AfD aber "nicht diese Opferrolle" zugestehen.

Glaser hatte in der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages als einziger Kandidat nicht die nötige Mehrheit erhalten. Abgeordnete der anderen Parteien hatten dem 75-Jährigen vorgeworfen, er habe in einer Rede vor Anhängern die Religionsfreiheit der in Deutschland lebenden Muslime in Abrede gestellt. Glaser weist diesen Vorwurf zurück. Jetzt muss der Ältestenrat entscheiden, wie es weitergeht.

"Dann müssen wir eben damit klarkommen, dass wir einen Islamhasser und Rassisten als Bundestagsvizepräsidenten haben - das ist Deutschland 2017, das ist traurig, aber wahr", sagt Mazyek. Aus seiner Sicht wäre es besser, den Kandidaten der AfD als einen von sechs Stellvertretern von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu akzeptieren.

Die AfD will indessen weiter an ihrem umstrittenen Kandidaten festhalten. Glaser hatte im April unter anderem gesagt: "Der Islam ist eine Konstruktion, die selbst die Religionsfreiheit nicht kennt und die sie nicht respektiert. Und die da, wo sie das Sagen hat, jede Art von Religionsfreiheit im Keim erstickt."

mho/dpa
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