Zentralrats-Präsident Paul Spiegel mit Bombenattrappe bedroht

"Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat" - eine Bombenattrappe mit unmissverständlichem Text ist im Büro von Paul Spiegel gelandet. Die Polizei nimmt die Drohung sehr ernst.


Bereits eine Woche vor dem Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge am Tag der deutschen Einheit ist der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, mit einer Bombenattrappe bedroht worden. Einen entsprechenden Bericht der Kölner Tageszeitung "Express" vom Dienstag bestätigte Polizeisprecher Gerd Splieth am Dienstagabend.

Paul Spiegel
REUTERS

Paul Spiegel

Demnach war am vergangenen Mittwoch ein Päckchen mit der Attrappe an Spiegel adressiert in dessen Düsseldorfer Büro eingetroffen. Auf einem beiliegenden Zettel sei dem Zentralratspräsidenten mit einem Attentat gedroht worden, berichtete der Sprecher.

Laut "Express" stand in dem Schreiben: "Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat." Dem Bericht zufolge hatten Mitarbeiterinnen Spiegels beim Auspacken dünne Drähte entdeckt, waren sofort aus dem Büro geflüchtet und hatten die Polizei gerufen. Sprengstoff-Experten hätten die vermeintliche Bombe dann als Attrappe identifiziert.

Wer der Absender ist, ist nach Polizeiangaben bislang unklar. Nach der Drohung habe die Polizei mit Spiegel über weitere Sicherheitsvorkehrungen gesprochen. "Selbstverständlich nehmen wir die Drohung sehr ernst", sagte Splieth.



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