Spionage-Affäre Zwei russische Agenten in Deutschland aufgeflogen

Neue Belastung für die deutsch-russischen Beziehungen: Nach SPIEGEL-Informationen sind zwei russische Agenten in Deutschland enttarnt worden. Die Spione wollten ein Infrarot-Zielfernrohr kaufen und erregten dadurch Verdacht.
Angeklagtes Agentenpaar Anschlag: Dokumente nach Russland geliefert

Angeklagtes Agentenpaar Anschlag: Dokumente nach Russland geliefert

Foto: Bernd Weissbrod/ dpa

Berlin - Ein neuer Spionagefall belastet die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Russland. Nach SPIEGEL-Informationen sind zwei Agenten des Militärgeheimdiensts GRU in Deutschland aufgeflogen.

Die beiden Spione, die über die russische Botschaft in Berlin als Diplomaten akkreditiert waren, versuchten um den Jahreswechsel, ein bestimmtes Infrarot-Zielfernrohr des US-Herstellers Raytheon zu kaufen. Das Scharfschützen-Produkt unterliegt jedoch einem Ausfuhrverbot. Die Kontakte der beiden Agenten mit einem Waffenhändler fielen auf, zwischen der deutschen und der russischen Seite kam es daraufhin zu einer Konfrontation; die beiden Russen mussten die Bundesrepublik inzwischen verlassen.

Erst im Oktober 2011 waren zwei weitere russische Agenten enttarnt worden: In der kommenden Woche soll das Urteil gegen Andreas und Heidrun Anschlag verkündet werden. Das Ehepaar, deren Klarnamen nicht bekannt sind, lebte mehr als 20 Jahre lang in Deutschland, angeblich als Österreicher südamerikanischer Herkunft. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart endet nun der Prozess gegen die beiden.

Die Staatsanwaltschaft hatte siebeneinhalb Jahre Haft für den Mann und viereinhalb Jahre für seine Frau gefordert, die Verteidigung unter dem ehemaligen Guillaume-Verteidiger Horst-Dieter Pötschke plädierte in der vergangenen Woche jedoch für ein weitaus geringeres Strafmaß. Die Anschlags sollen über Funk, Satellit und Verstecke Hunderte geheime Nato- und EU-Dokumente an den russischen Geheimdienst SWR geliefert haben.

bor/dpa
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