Zoff in NRW Grüne stampfen Po-Plakat ein

Zwei weiße Hände auf einem schwarzen Hintern, dazu die Aufschrift "Der einzige Grund, Schwarz zu wählen": Ist das provokant oder sexistisch und rassistisch? Die Grünen in nordrhein-westfälischen Kaarst wollten mit diesem Bild beim Wähler punkten - und hängen die Plakate nun zerknirscht ab.

Kaarst/Düsseldorf - Die nordrhein-westfälischen Grünen beugen sich der Kritik: Ein umstrittenes Wahlplakat, das zwei weiße Hände auf einem schwarzen Po zeigt, wird künftig nicht mehr in Kaarst (Rhein-Kreis Neuss) für die Partei werben. Wie die Grünen-Landesvorsitzenden Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke am Donnerstag mitteilten, wird das Plakat mit der Aufschrift "Der einzige Grund, Schwarz zu wählen" wieder abgehängt.

Wahlplakat der Kaarster Grünen: Beim Motiv "vergriffen"?

Wahlplakat der Kaarster Grünen: Beim Motiv "vergriffen"?

Foto: A3502 Horst Osinger/ dpa

"Die Entscheidung über eigene Plakate wird von den örtlichen Ebenen getroffen und nicht auf Landesebene. Insofern waren wir als Landesverband vor der Plakatproduktion nicht mit dem Plakat befasst", teilten Schneckenburger und Klocke weiter mit. Bei dem Bildmotiv hätten sich die Verantwortlichen "vergriffen". "Wenn sich Menschen durch die Bildsprache verletzt oder diskriminiert fühlten, nehmen wir das sehr ernst", hieß es weiter. Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus wiesen die beiden Grünen aber zurück.

Die Nachrichtenagentur ddp berichtet, es habe zwischen dem Landesverband und den Kaarster Grünen mehrere Gespräche und Telefonate, bis sich der Ortsverband zum Verzicht auf das Plakat durchrang. Sprecher Christian Gaumitz verteidigte das Motiv erneut. Man habe mit der Kampagne auf "ungewöhnliche Weise" gegen die in Kaarst dominierende CDU mobilisieren wollen. In Nordrhein-Westfalen finden am 30. August Kommunalwahlen statt. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2004 bekam die CDU 49,3 Prozent der Stimmen, die Grünen lagen bei 10,5 Prozent.

Unter anderem hatten die Linken den Grünen wegen des Plakats Sexismus vorgeworfen. Auch die nordrhein-westfälische FDP hatte das Plakat gerügt. "Wenn eine andere Partei in so einer rassistisch und sexistisch misszuverstehenden Weise für sich werben würde, dann wären die grünen Tugendwächter die schärfsten Kritiker. Bitte mehr Stil", hatte NRW-FDP-Generalsekretär Christian Lindner gefordert.

In Berlin hatte zuletzt die CDU-Bundestagskandidatin Vera Lengsfeld mit einem freizügigen Plakat für Erstaunen gesorgt: Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin zeigt sich darauf neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wie diese freizügig dekolletiert mit der Unterzeile: "Wir haben mehr zu bieten."

ffr/ddp/dpa
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